Die Westküste: von Darwin nach Broome

Litchfield

Der erste Stop unseres Roadtrips war der Litchfield Nationalpark, mit den Wangi Falls.

Nachdem wir eine Weile überlegt hatten, ob wir nach Litchfield oder in den Kakadu Nationalpark gehen, kann ich nur sagen, dass die Entscheidung für Litchfield definitiv die richtige war.

In diesem Park gibt es jede Menge Bademöglichkeiten, was uns bei der tropischen Hitze sehr gelegen kam.

Diese natürlichen Pools, die von Flüssen gespeist werden und oft mit Wasserfällen einher gehen, bieten mit unglaublich klarem Wasser und idyllischer Natur eine angenehme Abkühlung.

Manchmal sind die Pools so tief, dass man von den erhöhten Felsen, die sie säumen, ins Wasser springen kann, ohne den Boden zu berühren und gleichzeitig so klar, dass man den Boden trotzdem sieht.

Die Bäume des Nationalparks wurden abends von unzähligen Fledermäusen bevölkert, die über unsere Köpfe hinweg schwebten und den Himmel zusätzlich verdunkelten.

Nach unserer Nacht im Nationalpark haben wir uns gleich mal die überaus hilfreiche App „WikiCamps“ zunutze gemacht, ein Verzeichnis aus offiziellen Campingplätzen, Wildcampingspots und sogenannten „Points of Interest“ also Sehenswürdigkeiten oder andere Dinge, die für Reisende nützlich sein können.

So haben wir unseren ersten Wildcampingspots angesteuert, der auch recht idyllisch und vor allem relativ vereinsamt war.

Es handelte sich hierbei nur um den verlassenen Lagerplatz eines Kieswerkes, aber selbst sowas kann in Australien wunderschön sein, wenn es von nichts als Natur umgeben ist und der Sonnenuntergang den Himmel in leuchtende Farben taucht.

Katherine 

In Katherine haben wir auf einem Campingplatz einen Schweizer getroffen, der zu Fuß in Australien unterwegs ist. Als wäre das nicht schon genug, hatte er einen aufgerüsteten Einkaufswagen, genannt „Mrs. Molly“, dabei. Sein Plan war, von Darwin nach Adelaide zu laufen, was er inzwischen sogar tatsächlich geschafft hat.

Er erzählte uns auch von der „School of the Air“, die Standorte in Katherine und einigen anderen australischen Städten hat und über Videotelefonie Kinder auf entlegenen Farmen unterrichtet. Daraufhin haben wir diese Schule auch besucht, uns ein bisschen mit einer ehemaligen Lehrerin unterhalten und sogar mitbekommen, wie das Ganze funktioniert. Zum Zeitpunkt unseres Besuches fand kein regulärer Unterricht statt, sondern die Auszeichnung der Werke der Kinder. Dazu hatten sich die Lehrer in einem technisch voll ausgestatteten Raum vor einem Greenscreen versammelt, was gefilmt und zu jedem Kind nach Hause übertragen wurde. Die Kinder konnten sich entweder nur mit Ton, Schrift oder auch mit Bild zuschalten und sich so gegenseitig Anerkennung bekunden. Zu Beginn und Ende jeder Unterrichtseinheit singen Lehrer und Kinder gemeinsam das Lied der Schule und um die analog-soziale Komponente nicht zu vernachlässigen, gibt es ab und zu Veranstaltungen, wie beispielsweise Sportfeste, zu denen sich die Kinder, Eltern und Lehrer dann auch mal in echt treffen.

Neben dieser besonderen Schule gibt es in Katherine noch den Nitmiluk Nationalpark, der eine Flughundkolonie und einen Wanderweg über die Felsen der Schlucht bietet. Flughunde können auf den ersten Blick mit Fledermäusen verwechselt werden, sind aber sehr groß und haben rötliches Fell. Außerdem sind sie tagaktiv und können in Gruppen unglaublich laut werden. Wenn sie über einen hinweg fliegen, und die Sonne durch die Flügel scheint, kann man die Arme und Adern sehen, was ziemlich gespenstisch wirkt.

Das Gebiet dieses Nationalparks ist für die örtlichen Aboriginies von großer Bedeutung, da sich hier wichtige Geschichten der sogenannten „Dreamtime“ abgespielt haben sollen. Mit „Dreamtime“ bezeichnet die indigene Bevölkerung Australiens das Konzept von der Entstehung der Welt, das sich stark von der Evolutionstheorie und der christlichen Schöpfungsgeschichte unterscheidet.

Nimmt man den Wanderweg über zerklüftete Felsen, kommt man oberhalb der Schlucht raus und hat einen atemberaubenden Ausblick auf den Fluss, der sich durch das Tal schlängelt.

Lake Aguyle 

Dieser See ist das größte Süßwasserreservoir von ganz Australien und hat eine tiefblaue Farbe. Er ist sehr schön gelegen und betreibt ein Wasserkraftwerk, viel zu erzählen gibt es darüber allerdings nicht.

Wolfe Creek

Davon hat der ein oder die andere vielleicht schon mal gehört. Gibt’s ja einen Horrorfilm drüber. Allerdings hat der Ort, also der riesige Meteoritenkrater, wenig mit einem Horrorfilm zu tun, wenn man ihn besucht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie alt der Krater schon ist, aber er war anfänglich wohl doppelt so tief, wie er heute ist. Mit der Zeit hat der Wind den Sand und Staub aus der umliegenden Wüste hinein geweht. Wenn man oben auf dem Rand des Kraters steht, kann man sehen, dass die Bäume und Pflanzen im Inneren ringförmig wachsen. Warum das so ist, haben wir allerdings nicht heraus gefunden.

Allerdings war allein der Weg nach Wolfe Creek schon abenteuerlich. Es war die erste Schotterpiste, die wir mit unserem Van gefahren sind und dementsprechend aufgeregt und skeptisch waren wir. Würde der Van das überhaupt schaffen? Nun ja, geschafft hat er es, aber angenehm war es nicht. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt und haben jede Menge Staub aufgewirbelt. Da wir langsamer gefahren sind, als angenommen, waren wir noch unterwegs, als die Schatten schon länger wurden, und die Sonne langsam unterging. Die letzten Strahlen spielten mit dem Staub, der über der Straße hing und erzeugten eine mystische Stimmung. Grade noch rechtzeitig erreichten wir das Wolfe Creek Camp, einen kleinen runden Platz mit Baum in der Mitte, auf dem wir es uns mit zwei anderen Autos für die Nacht gemütlich machten.

Während wir noch das Abendessen kochten, erschienen über uns mehr und mehr Sterne, die sich zu einem unglaublichen Sternenhimmel zusammen setzten. Das Sternenzelt reichte bis zum Horizont, wo es die Erde zu berühren schien, mit einem Himmel wie schwarzem Samt und Sternen so hell und klar wie Diamanten.

Fitzroy Crossing/Lake Ellendale 

Der Ort Fitzroy Crossing ist um die Stelle herum entstanden, an der die Kutschen früher den Fitzroy Fluss durchquert haben.

Derby/Broome 

In Broome haben wir ein paar Angler getroffen, die uns ihren zuvor gefangenen Catfish gezeigt und uns erklärt haben, dass der Stachel, den dieser Fisch hat, giftig ist.

Wir konnten auf einer Holzbrücke mit Schienen über das Meer laufen und uns einen breiten Streifen Wattland ansehen.


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Neuer Abschnitt: Australien

Ende Mai Begann für uns ein neuer Abschnitt der Weltreise.

Wir ließen Asien hinter uns und änderten damit auch unsere Reiseart. Waren wir die letzten Monate mit öffentlichen Bussen gefahren, wollten wir uns in Australien mit einem eigenen Auto fortbewegen.

Um das alles zu organisieren, buchten wir für die erste Woche ein Hostel in Darwin. Dort hin zu kommen glich mal wieder einem kleinen Abenteuer. Mit einem Sparfuchs an meiner Seite ließ ich mich dazu überreden, vom Flughafen in die Stadt zu laufen und dort nach einem Bus zu suchen. Der Shuttle-Bus wäre zu teuer gewesen. Als wir dann im Dunkeln und einem tropisch anmutenden Klima ein paar Kilometer in irgendeine Richtung am Highway entlang spaziert waren, fanden wir heraus, dass an diesem Tag keine Busse fahren würden. Es war Sonntag. Zum Glück stand gegenüber der verwaisten Bushaltestelle ein Taxi, welches uns ins Hostel brachte. Dort angekommen war es immernoch so früh, dass der dort wohnhafte Besitzer noch nicht wach war und wir nur von ein paar relativ zerstörten Menschen begrüßt wurden, die vermutlich die letzten drei Tage nicht geschlafen hatten. Sie boten uns Kaffee, Essen und Marihuana an und ließen uns dann auf den Sofas im Eingangsbereich schlafen, nachdem wir alles dankend abgelehnt hatten. Wäre ich nicht vom Flug völlig fertig gewesen, hätte ich es nicht einmal in Erwägung gezogen, mich auch nur auf eines der Sofas zu setzen, aber in dem Moment war mir der Zustand eben dieser wirklich egal.

Irgendwann kam dann doch mal jemand vorbei, der sich für uns verantwortlich fühlte, erledigte den Check-in und zeigte uns unser Zimmer, in dem wir die durchgelegenen Betten selbst beziehen mussten. Das Zimmer war dunkel, feucht und miefig, aber zum Schlafen sollte es wohl grade so in Ordnung sein.

Die Gemeinschaftsküche sah nicht besser aus und im ersten Moment hab ich mich gefragt, ob wir wirklich in Australien gelandet sind.

Allerdings wurden die negativen Aspekte des Hostels, die sich hauptsächlich auf die Sauberkeit bezogen, durch die vielen coolen Menschen ausgeglichen, die wir dort getroffen haben. Die paar, die uns am ersten Tag in Empfang genommen hatten, verschwanden recht bald und dafür lernten wir eine Menge gleichgesinnter Backpacker kennen. Wir verbrachten die Abende gemeinsam im Hinterhof, wo wir jeden Tag nach Einbruch der Dunkelheit Opossums beobachten konnten, im Pool oder auf dem Nachtmarkt am Strand.

Ziemlich schnell haben wir dann den Van gefunden, er war das zweite Auto, das wir uns angeschaut haben. Da die Vorbesitzer ihre Rechnung beim Mechaniker nicht bezahlen konnten und der daraufhin das Auto gepfändet hat, haben wir ein frisch überholtes Auto zu einem wirklich günstigen Preis bekommen.  Nachdem wir die Bettwäsche inklusive Kissen und Decke gewaschen und eine neue gebrauchte Matratze vom Hostel geschenkt bekommen, sowie den Van ausgemistet hatten, konnte es auch schon losgehen, Richtung Litchfield Nationalpark.

Wie uns unser erster Nationalpark in Australien gefallen hat, könnt ihr dann im nächsten Beitrag lesen.

Nachtmärkte

Da es nicht über jede Stadt, die wir besucht haben, so viel zu sagen gibt, dass es einen ganzen Artikel füllen würde, fasse ich einiges in diesem Beitrag zusammen.

Es soll hier, wie der Titel schon sagt, um die Nachtmärkte gehen, von denen es in Südostasien wirklich viele gibt. Thailand hat einige davon, aber auch in Kambodscha und Laos sind sie zu finden.

Nachtmärkte haben den großen Vorteil, dass sie oft erst beginnen, wenn es schon dunkel und somit auch etwas kühler ist. In der asiatischen Mittagshitze hat sicher niemand Lust, über einen Markt zu schlendern, geschweige denn hinter einem Stand als Verkäufer tätig zu sein. Ein anderer netter Effekt sind die vielen, oft bunten Lichter, die den Markt erhellen und das auf manchen Märkten dargebotene Rahmenprogramm, welches die lockere und entspannte Atmosphäre unterstützt.

Das wohl außergewöhnlichste dieser Programme durften wir in Chiang Rai miterleben. Dort war auf dem täglich stattfindenden Nachtmarkt eine große Bühne aufgebaut, auf welcher zuerst zwei junge Männer ihre Musik vorgetragen haben. Das ist ja noch nichts Ungewöhnliches. Als nächstes jedoch wurde die Bühne von den in Thailand weit verbreiteten, viel zu stark geschminkten Ladyboys in Beschlag genommen, die zu völlig überdrehter Musik gewöhnungsbedürftige Abendkleider präsentierten. Aber gut, unterhaltsam war es auf jeden Fall.

Wir haben also nebenher unser geliebtes Pad Thai genossen und uns zum Nachtisch einen frischen Fruchtsaft geholt. Damit bot es sich an, durch die Gänge zu schlendern und die vielen Waren zu betrachten, die mit traditionellen Kleidern und modern bedruckten T-Shirts, kunstvoll gestalteten Postkarten und Kunstwerken, bis hin zu billigen Souvenirs und Ramsch ein breites Angebot abdeckten. Die Kategorien der angebotenen Waren ähneln sich oft, sind aber häufig regional geprägt, sodass man auf jedem Nachtmarkt noch was Neues entdecken kann.

In Lampang zum Beispiel sahen die traditionellen Kleider nochmal anders aus, als in Chiang Rai und auf dem Nachtmarkt in Luang Prabang in Laos gab es völlig anderes Essen, als in Thailand.

Fotos folgen.

Mit dem Slow-Boat über den Mekong

Wir hätten in drei Stunden da sein können. Wir haben uns für zwei Tage entschieden.

Zwei Tage dauert es, um von Luang Prabang in Laos mit dem Slow-Boat nach Huei Xey zu kommen, und nochmal einen extra Tag, um dann mit dem Bus die Grenze zu überqueren, um schließlich in Lampang zu landen.

Nicht nur, dass das Slow-Boat im Gegensatz zum Speedboat sicherer ist, man bekommt auch viel mehr von der Natur und dem Leben am Mekong mit.

Während man so gemächlich dahin treibt und öfter mal anhält, um jemanden der gut 50 Personen aussteigen zu lassen, oder neue Passagiere aufzunehmen, fragt man sich irgendwann, ob es festgelegte Haltestellen gibt, oder woher der Bootsführer eigentlich weiß, wo er anhalten muss. Wir wissen es bis heute nicht.

Nach den ersten drei Stunden Fahrt, die ja noch ganz spannend waren, fragt man sich dann, wie man die restlichen sieben eigentlich aushalten soll, auf den harten Bänken ohne jegliche Unterhaltung. Dann ist man froh, dass man wenigstens was zu Essen mitgenommen hat, denn wie lange die Fahrt wirklich dauern würde, hat einem vorher niemand gesagt.

Irgendwann winkt man den Kindern am Ufer auch nur noch so halbherzig zurück, die Natur ist nach mehreren Stunden immernoch die Gleiche und auch nicht mehr so beeindruckend wie am Anfang, der Motor dröhnt in den Ohren, die Laune sinkt und man versucht, die Zeit irgendwie mit Schlafen zu überbrücken, Im Sitzen. Auf einem Platz der gerade dafür ausreichend ist.

Als wir uns am ersten Tag dann dem Ziel nähern, fällt uns auf, dass wir uns noch gar keine Gedanken über unser Nachtquartier gemacht haben, aber auch dasist in Laos kein Problem. Kurz bevor wir anlegen, dreht sich eine Frau mittleren Alters zu uns um und fragt, ob wir schon ein Zimmer gebucht hätten. Als wir verneinen stellt sich heraus, dass die Dame ein Gasthaus direkt oben im Dorf besitzt und günstige Zimmer anbietet. Während sie weiter auf Kundenfang geht, beschließen wir, uns einfach mal eines ihrer Zimmer anzusehen. Als das Boot anlegt, folgen wir ihr gemeinsam mit ein paar anderen Touristen, querfeldein den Berg hoch. Das Zimmer ist zwar heiß, da wir aus Kostengründen auf die Klimaanlage verzichten, aber durchaus sauber und auch sonst nicht schlecht. Abendessen wird zu den in Laos üblichen Preisen angeboten und für den nächsten Morgen, an dem wir ein weiteres Mal das Boot besteigen, können wir sogar Lunchpakete mit belegten Baguettes und einem Reis- oder Nudelgericht bestellen, die schon fertig gerichtet sind, als wir zum Auschecken nach unten kommen. Das ist doch mal ein Service!

Der zweite Tag der Bootsfahrt war zwar genauso anstrengend, aber immerhin etwas kürzer. Am Ende dieses Tages kamen wir in einer laotischen Grenzstadt an, in der nicht wirklich viel los war. Wir hatten aber auch keine Lust mehr, noch groß nach einem Hotel zu suchen und haben daher eines in der Nähe der Anlegestellte genommen, in dem wir von einem Ladyboy begrüßt wurden, der auch gleich einen Bus nach Lampang für den nächsten Tag gebucht hat. So weit, so gut. Abendessen zu bekommen, gestaltete sich allerdings etwas schwierig, da die wenigen vorhandenen Restaurants alle geschlossen hatten. Deswegen hat Kevin es dann einfach bleiben lassen und mir ging es sowieso nicht so gut. Frühstück ließ sich wiederum gut organisieren, da sich direkt neben dem Hotel ein „Wir-haben-alles“-Laden befand, der auch frisch belegte Baguettes angeboten hat. Mit diesen im Gepäck haben wir uns dann per Tuk-Tuk auf den Weg zum Busbahnhof gemacht, wo wir noch Zeit hatten für eine heiße Schokolade und ein bisschen Surfen im Wlan. Der Bus brachte uns dann, unterbrochen von einer Polizeikontrolle, nach Lampang.

Das echte Laos

Das echte Laos haben wir definitiv im Nola Guesthouse kennen gelernt. Allein die Anreise war ein kleines Abenteuer.

Von Vangvieng aus konnten wir über das Hostel arrangieren, dass uns der Minibus so weit wie möglich mitnimmt und uns dann an der richtigen Stelle raus lässt. Diese „richtige“ Stelle war aber einfach nur eine Kreuzung mit einer Suppenküche, einem Laden und ein paar Häusern..

Wir standen dann dort etwas verloren herum, bis wir mit dem Flyer des Guesthouses in die Suppenküche gegangen sind, um einfach mal zu fragen, was wir jetzt machen sollen. Dort gab uns die Dame mit Zeichensprache und ein paar Brocken Englisch  zu verstehen, dass wir noch ein bisschen warten sollten. Man stellte uns zwei Stühle in den Schatten und in Ermangelung von Alternativen saßen wir dann dort und haben gewartet. Irgendwann waren zwei Männer mit ihrer Suppe fertig und, ich weiß nicht mehr wie wir uns verständigt haben, aber wir haben quasi das Mittagessen der Herren bezahlt und dafür haben sie uns mit ihrem klapprigen Pick-up zum Guesthouse mitgenommen, weil sie sowieso zur Baustelle im gleichen Dorf mussten.

Dort wurden wir von dem Italiener Michael empfangen, der Mitbesitzer vom Nola ist und den wir zuvor schon mal in einem der Minibusse getroffen hatten. Nachdem er uns unser kleines, komplett aus Holz gebautes und ganz bestimmt weder luft- noch krabbeltierdichtes Zimmer, den Garten und den offenen Gemeinschaftsbereich gezeigt hatte, lud er uns für den nächsten Tag zu einem Dschungelspaziergang mit zwei anderen Gästen ein.

Der Spaziergang führte uns durch Tabakfelder zu einem kleinen Holzunterstand, an dem ein älteres laotisches Paar schon Mittagessen zubereitete. Nachdem wir, Michael mit der Machete voraus, durch den Dschungel gekrochen waren, bei einem kleinen Fluss Halt gemacht und Pilze gesammelt hatten, ging es wieder zurück, vorbei an Ananaspflanzen und essbarem Farn.

Zu Mittag gab es dann eben diesen gekochten Farn mit den zuvor gesammelten Pilzen, dazu Papayasalat und „Sticky Rice“, den man von Hand zu kleinen Kugeln rollt, bevor man ihn isst. Die beiden Laoten haben sich nebenher eine Ratte gegrillt.

Das Frühstück und Abendessen wurde von Thao, die mit ihrer Familie im Nola Guesthouse lebt, gekocht und von allen Gästen und Michael gemeinsam, auf dem Boden sitzend eingenommen. Sticky Rice gab es jeden Tag, die Beilagen variierten von Bananenblütensalat  und Kürbis über Zucchini, Gemüsesuppe und Omelette und ein Mal gab es sogar Pad Thai. Das Frühstück bestand aus frittierten Bananen und süßen Teigbällchen, sowie Papaya und Melone aus dem Garten.

Nach dem Frühstück hab ich jeden Tag mit Nathalie aus Kanada Yoga gemacht und danach war den ganzen Tag Zeit zum Schwimmen im Fluss, lesen, in der Hängematte liegen oder mit den Kindern aus dem Dorf spielen. Internet gab es keins.

An einem Tag haben Kevin und ich uns jeweils einen der mit Luft  gefüllten Reifen geschnappt und sind flussaufwärts gelaufen, um im nächsten Dorf den Fluss zu entern und uns wieder runter treiben zu lassen.

Nach dem schweißtreibenden Fußmarsch in der sengenden Hitze haben wir den Punkt zum Einsteigen in den Fluss nur Dank der netten Laoten gefunden, die natürlich sofort wussten, was wir zwei weißen Touristen mit den großen Reifen wollten.

Während der Flussfahrt haben wir mehrere Herden Wasserbüffel und zwei Laoten im Holzboot getroffen, die uns überholt haben.

Höhlen, Tubing, Tonkrüge und Fremdschämen

Ich fang mal mit den Tonkrügen an.

In Phonsavanh gibt es drei „Ebenen“ mit Tonkrügen, die sich in ihrer Größe und ihrer Bekanntheit unterscheiden.

Die meisten geführten Touren besuchen Feld 1, weshalb wir uns entschieden haben, mit Feld 3 anzufangen, in der Hoffnung, möglichst wenig anderen Touristen zu begegnen. Und siehe da, der Plan ging auf.

Genau genommen waren wir, nachdem wir kilometerlang durch kleine, ursprüngliche Dörfer und wunderschöne Landschaften gegurkt sind, die einzigen Besucher überhaupt. Umso mehr schien sich der Verantwortliche über unseren Besuch zu freuen. Wir stellten also den Roller ab, bezahlten einen verschwindend geringen Betrag Eintritt und dann ging es zu Fuß weiter.

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Über eine schmale Brücke, durch trockene Reisfelder, vorbei an grasenden Wasserbüffeln und alten Bombenkratern, und dann entdeckten wir die ersten Tonkrüge.

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Sie sind eingezäunt, und man darf sich nur auf den markierten Wegen aufhalten, um sicher zu stellen, dass kein Tourist aus Versehen und unfreiwillig eine vergessene Bombe aus dem Vietnamkrieg entdeckt. Generell wurden die Felder und Gebiete aber gründlich geräumt, sodass man sich da keine Sorgen machen muss.

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Dieses recht kleine Feld voller mannshoher Steinkrüge ist mit vielen Bäumen bewachsen, die angenehmen Schatten spenden, und umgeben von nichts als Kuhweiden und Wiesen. Es würde sich wunderbar dazu eignen, einen historischen Film zu drehen. Oder mal wieder den ganzen Tag hier zu verbringen, da es ungaublich ruhig und abgelegen ist, und es wirklich nichts gibt, was die Idylle stört. Außerdem macht es Spaß, viele verschiedene Fotos von und mit den Krügen zu schießen.

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Woher und wie diese Krüge hier her kommen und was ihr Nutzen war, weiß noch niemand so richtig. Auf einem der Krüge wurde eine Zeichnung gefunden, die einen Menschen darstellt, weshalb manche Forscher davon ausgehen, dass die Krüge als eine Art Urne benutzt wurden. Andere Forscher sind der Meinung, die Krüge dienten zur Aufbewahrung von beispielsweise Lebensmitteln. Einig sind sie sich jedenfalls nicht und auf die Frage, wie diese riesigen Krüge hier überhaupt hin gekommen sind, hat niemand eine Antwort.

Nachdem wir auf Feld 3 die Ruhe genossen und zum Ausgangspunkt zurück gekehrt waren, machten wir der Restaurantbesitzerin dort noch einen Gefallen und bestellten was zu trinken. Sie bot uns auch ihre Nudelsuppe an, aber Mittagessen war erst für später geplant. Vorher wollten wir noch zu einem nahe gelegenen Wasserfall, was wir der Frau auch mitteilten. Sie erklärte uns daraufhin, dass der Wasserfall momentan aufgrund der Hitze kein Wasser führe und so entschieden wir uns, doch gleich eine Nudelsuppe zu essen und den Wasserfall auszulassen. Das Trinkgeld, das wir ihr am Ende überlassen wollten, wollte sie nicht einfach so annehmen und hat uns stattdessen im Gegenzug zwei kleine Tüten Erdnussriegel geschenkt. Das war mal wieder eine sehr nette zwischenmenschliche Erfahrung.

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Das laotische Restaurant

Zu guter Letzt haben wir dann doch noch Feld 1 besucht. Dort haben wir, wie erwartet, eine laute asiatische Reisegruppe angetroffen, aber durch die Größe des Feldes hat sich das trotzdem ganz gut verlaufen. Die Krüge sehen hier genauso aus, wie auf dem anderen Feld, sie sind nur etwas weitläufiger verteilt und teilweise noch mit Deckeln ausgestattet. Allerdings sieht man außenrum auch die Spuren menschlicher Zivilisation, was dem ganzen ein wenig die Idylle nimmt.

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Tonkrug mit Deckel
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Geschliffener Deckel eines Tonkruges

Am nächsten Tag ging es für uns weiter nach Vangvieng. Bekannt als die Partyhochburg von Laos, aber uns hat eher die Natur gelockt, die diese Stadt umgibt. Die Regierung hat hier wohl schon mehrmals mit der Schließung bestimmter Lokalitäten und strikt vorgegebenen Öffnungszeiten durchgegriffen, um den Drogenkonsum und die sich ausbreitende Feierkultur etwas einzudämmen. Wir waren in der Nebensaison hier und ich möchte wirklich nicht wissen, wie es dann erst in der Hauptsaison aussieht.

Im Stadtzentrum, wo sich auch der größte Teil der Partymeute aufhält, ist überall deutlich gemacht, dass man aus Respekt vor den Einheimischen und ihrer Kultur nicht in Badesachen, sondern sittlich gekleidet sein soll. Und wie laufen die besagten Partytouristen rum? Ich sag mal so: Der Badeanzug des einen Mädchens hat noch viel Haut bedeckt, im Gegensatz zu den Outfits ihrer Freundinnen.

Aber auch das Verhalten eben dieser Personen lässt zu wünschen übrig. Im Leben nicht würde es mir einfallen, dem Kellner aus einer Laune heraus die Speisekarte vor die Füße zu schmeißen, nachdem ich ihm lauthals entgegengebrüllt habe, was ich essen will. Ein derartiges Verhalten macht mich wirklich traurig, vor allem, weil die Menschen hier etwas besseres verdient haben. Trotz pöbelner und respektloser Touristen bewahren sie ihre Freundlichkeit und ihr Lächeln jedem gegenüber. Und ich finde, man sollte sich über Gepflogenheiten und Kultur eines Landes informieren, bevor man es betritt. Andererseits wäre das oben genannte Verhalten in keinem Land angemessen und hat somit nichts mit Unwissenheit, sondern einfach nur mit purer Ignoranz und Respektlosigkeit zu tun. Aber ich werde diesen Absatz jetzt beenden, bevor ich ausfällig werde, da mich ein solches Verhalten einfach nur ankotzt.

Wir haben also versucht, den Kontakt zur beschriebenen Personengruppe möglichst gering zu halten, indem wir eher früh morgens als spät abends in der Stadt unterwegs waren, und auf das hier so beliebte „Tubing“ auf dem Fluss verzichtet haben. Dieses Tubing besteht nämlich darin, sich oberhalb der Stadt in einen LKW-Reifen zu legen, sich flussabwärts von einer Bar zur nächsten treiben und dabei gnadenlos vollaufen zu lassen. Hierbei sind in den vergangenen Jahren schon Touristen ertrunken, aber nicht, weil der Fluss so reißend ist (das ist er wirklich nicht), sondern weil sie schlicht und einfach zu besoffen waren.

Einen Abend haben wir dann aber doch draußen verbracht und sind dabei in einer, nunja, recht interessanten Bar gelandet. Wir hatten Ausschau gehalten nach einem eher ruhigeren Ort und dabei fiel uns die Reggae-Bar auf, die gemütlich aussah und eben Reggae gespielt hat. Vielleicht könnt ihr euch schon denken, wie es weiter geht, aber wir waren zu diesem Zeitpunkt noch völlig ahnungslos, haben uns hingesetzt und nicht schlecht über die Karte gestaunt. Diese beinhaltete beispielsweise fertig gedrehte Joints, Pizzen mit Magic Mushrooms, Opium-Tee und MDMA. Wir haben es dann doch lieber nur bei einer Cola belassen.

Tagsüber haben wir eine kleine selbst organisierte Höhlentour gestartet. Eigentlich wollten wir zur Loophöhle, in der man sich in diesen LKW-Reifen an Seilen durch die dunkle Höhle zieht. Wir sind aber erstmal falsch abgebogen und bei einer völlig anderen Höhle angekommen. Dort war absolut niemand, bis auf die Dame, die den Eintritt kassiert und uns mit Stirnlampen ausgestattet hat. Die Stirnlampen waren auch wirklich nötig, denn die Höhle war absolut dunkel. Und feucht. Hier und da befand sich eine Bambusleiter oder ein Zaun. Ansonsten teilten wir uns die Höhle lediglich mit Fledermäusen.  Hin und wieder hörte man einen Wassertropfen runter fallen oder eine Fledermaus quietschen.

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Glitzernde Tropfsteine in der dunklen Höhle
Glitzer überall!
Glitzer überall!
Lammellenartige Gebilde, die von der Höhlendecke hängen
Lammellenartige Gebilde, die von der Höhlendecke hängen

Anfangs konnten wir aufrecht laufend zwei Hallen durchqueren, aber schon bald mussten wir uns durch einen schmalen Gang ducken, bis zu einer Stelle, an der es nur noch kriechend weiter ging. Ich war zuerst etwas skeptisch, aber nachdem Kevin ohne Probleme durch gepasst hat, hab ich mich hinterher getraut. Auf der anderen Seite empfing uns nach kurzem Krabbeln wieder eine Halle, mit glitzernden Steinen und einem interessanten Muster an den Wänden, das wohl durch Wasser entstanden sein muss.

Seltsame Dellen in der Höhlenwand
Seltsame Dellen in der Höhlenwand
Risse im Höhlenboden
Risse im Höhlenboden

Hier haben wir uns noch ein wenig umgesehen, bevor wir wieder zurück gekrochen bzw gelaufen sind. Zum Schluss haben wir noch die Fledermäuse beobachtet, aber wir wollten sie nicht ärgern oder durch unser Licht stören, weshalb wir die Höhle dann bald wieder verlassen haben. Als wir draußen ankamen, waren wir dreckig und nass, weil in der Höhle eine unglaublich hohe Luftfeuchtigkeit herrschte. Vorne am Weg angekommen, bemerkten wir ein paar Männer, die in dem Unterstand saßen, bei dem wir unseren Roller abgestellt hatten. Als wir näher kamen, begrüßten sie uns freundlich und zeigten uns, was sie gerade machten. Sie hatten Bienenwaben gesammelt, um an den Honig zu gelangen. Nachdem ich ein Foto der Waben gemacht hatte, brachen sie zwei Stückchen ab und gaben sie uns, um den Honig heraus zu saugen. So frischen Honig habt ihr bestimmt noch nie probiert! Wir unterhielten uns noch kurz in einfachstem Englisch, bis sie sich lachend und mit den Worten „You are lucky today!“ von uns verabschiedeten.

Honigsammler
Honigsammler

Zu guter Letzt haben wir dann doch noch die Loophöhle gefunden, aber so spannend wie gedacht, war sie nicht. Eben eine dunkle, mit Wasser gefüllte Höhle, durch die man sich an Seilen entlang gehangelt hat, aber die schönere und beeindruckendere Höhle war eindeutig die erste, zumal wir die Loophöhle mit gröhlenden Touristen teilen mussten.

Umgebung von Vangvieng
Umgebung von Vangvieng

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Willkommen in Laos

Um von Hanoi nach Laos zu kommen, gibt es zwei Möglichkeiten die für uns in Frage kamen:

  1. Man nimmt den Bus, der locker mal 30 Stunden brauchen kann, einen möglicherweise irgendwo raus schmeißt, wo man gar nicht hin möchte (falls man nicht vorher schon im Graben landet) und der generell unter dem Namen „Busride from hell“ bekannt ist.
  2. Man nimmt das Flugzeug und kommt innerhalb weniger Stunden und völlig stressfrei in Luang Prabang an.

Falls jemandem noch nicht klar sein sollte, für was wir uns entschieden haben: Wir sind geflogen.

Auch wenn wir damit Gefahr laufen, aus den gängigen Backpackerkreisen ausgestoßen zu werden, aber den Stress und die Gefahr der Busfahrt wollte ich mir wirklich nicht antun.

Am Flughafen von Luang Prabang wurden wir sogar von freundlich lächelnden Grenzbeamten empfangen! Und mit der gleichen Einstellung sind uns nahezu alle Laoten begegnet.

Mit einem Gleichgesinnten haben wir uns dann ein Taxi zu den Hostels geteilt, was wirklich günstig war.

Noch am gleichen Tag haben wir den Nachtmarkt entdeckt, der größtenteils Souvenirs für Touristen verkauft und uns daher nicht allzu sehr interessiert. Allerdings gibt es dort auch eine Straße, in der viel Essen verkauft wird, unter anderem von Buffets, an denen man ca 1,50 Euro für eine Schale bezahlt, die man sich dann nach Belieben füllen kann.

Gegenüber gibt es eine ganze Reihe von Ständen, die alle frische Fruchtshakes, Sandwiches und Crepés in allen möglichen Varianten verkaufen. Auch hier haben wir uns des Öfteren blicken lassen.

Eines Abends hatten wir auf dem Weg zum Markt mit unglaublich vielen kleinen Fliegen zu kämpfen, die uns und alle anderen umschwirrten oder sich in unseren Haaren verfingen. Sehr nervig! Als wir gerade unsere Fruchtshakes bekommen hatten, kamen ein paar wenige Tropfen vom Himmel. Wir dachten uns nicht viel dabei, aber als sämtliche Marktstände innerhalb von Sekunden abgebaut und eingepackt waren, sind wir doch etwas misstrauisch geworden und haben uns auf den Rückweg zum Hostel begeben. Obwohl wir es wiklich nicht weit hatten, sind wir nass geworden, vom Regen der auf einmal in Strömen vom Himmel kam. Kurz darauf wurde aus dem Regen ein stattliches Gewitter. Die Einheimischen wissen die Zeichen eben zu deuten. Als ob das noch nicht genug wäre, hat es im Flur unseres Hostels durch die Decke geregnet und kurz darauf war der Strom weg. Das blieb auch einige Stunden so, bis er dann mitten in der Nacht zurück kam und mit Getöse die Klimaanlage und das Licht wieder an gingen.

Am Tag darauf lies sich das Geschehen der Nacht nur noch durch wenige Pfützen erahnen, und auch die heißen Temperaturen des Vortages waren zurück. Daher flüchteten wir in den Wald zum Kuang Si Wasserfall, mit angeschlossenem Bären-Rettungscenter.

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In diesem Center befinden sich, soweit ich mich erinnern kann, Bären, die in ihrer natürlichen Umgebung von Jägern bedroht waren und nun in geschütztem Umfeld leben, um nicht ausgerottet zu werden.

Von dort geht es weiter zum Fluss, der zwar nicht gerade einsam, aber trotzdem atemberaubend schön ist. Das hellblaue, mit Mineralien gesättigte Wasser fließt von einem Becken ins nächste und an einigen ist es erlaubt, zu baden. Das Wasser ist eiskalt, aber dadurch eine willkommene Abkühlung bei der vorherrschenden Hitze, die einen sogar schon im Sitzen zum Schwitzen bringt.

Weg zu den Wasserfällen
Weg zu den Wasserfällen
Bachlauf im laotischen Regenwald
Bachlauf im laotischen Regenwald
Kaskaden am Kuang Si Wasserfall
Kaskaden am Kuang Si Wasserfall
Wasserbecken des Kuang Si Wasserfalls
Wasserbecken des Kuang Si Wasserfalls

Wir verbringen einige Zeit bei den Badebecken, bevor wir zum eigentlichen Wasserfall laufen, der sich von oben ein ganz schön großes und steiles Stück zu uns in die Tiefe stürtzt. Man kann ihn unten kreuzen und dann auf der anderen Seite über Trampelpfade den Berg erklimmen.  Dann noch kurz verbotenerweise durch eine Absperrung durch und man steht oben, wo Mönche im Wasser baden und man eine wunderbare Aussicht genießen kann.

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Am nächsten Tag kommen wir noch mal wieder, dieses Mal widmen wir uns aber dem Butterfly Park, ein paar hundert Meter vor den Wasserfällen. Er wurde von einem holländischen Paar gegründet und besteht aus jeder Menge Blumen, die die wilden Schmetterlinge anlocken. Da es ein besonders heißer Tag ist, an dem sich sogar die Schmetterlinge lieber im Schatten verstecken, kommen wir etwas günstiger rein und können uns zunächst in einem Ableger des Flusses abkühlen, dessen Wasserbecken wir an diesem Tag für uns alleine haben.

Butterfly Park
Butterfly Park

Dann geht es weiter zum Café, in dem wir einen hausgemachten Eistee genießen und die Katzen kraulen, bevor wir uns den Schmetterlingen widmen.

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Der Park ist wunderschön und sehr naturbelassen angelegt, trotzdem erfährt man nebenher einige Fakten über das Leben und die Gewohnheiten der Schmetterlinge. In einem geschützten Bereich kann man Raupen beobachten, wie sie sich vollfressen und dann verpuppen. Nebenan läuft man durch eine Art Blumenwald, in dem Futterstationen aufgebaut sind, an denen man ab und zu bunt gemusterte Falter entdecken kann. Am Ende des Weges kann man sich auf einen Stuhl in einem Teich setzen, das sogenannte „Fisch-Spa“, und sich die Hornhaut von den Füßen knabbern lassen.

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Orchideen im Butterfly Park
Orchideen im Butterfly Park

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Kokons, die zu Schmetterlingen werden
Kokons, die zu Schmetterlingen werden

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Hanoi

So traurig es klingt, sind wir wohl langsam „übersättigt“ von Südostasien, weshalb wir nicht mehr groß auf Sightseeingtouren gehen, sondern eher gemütlich die Orte auf uns wirken lassen.

Das beinhaltet natürlich wieder jede Menge leckeres asiatisches Essen! Wie zum Beispiel die in Nordvietnam beliebten Hot Pots, bei denen einem eine kleine Feuerquelle samt Topf mit heißem Wasser auf den Tisch gestellt wird. Dazu bekommt man einen Teller voller Gemüse, Nudeln und Ähnlichem, was man sich dann nach Lust und Laune im Hot Pot kochen kann.

Wir haben uns aber für ein Barbeque entschieden, das ähnlich ausfällt, nur eben mit einer Art Tischgrill und zusätzlich zum Gemüse mit Fleisch.

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Kevin am Tischgrill
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Straßenszene in Hanoi

Bei einem abendlichen Spaziergang erstrahlte die Brücke auf einem der vielen Seen Hanois in leuchtendem Rot.

Rot beleuchtete Brücke in Hanoi
Rot beleuchtete Brücke in Hanoi
Abendlich erleuchteter Schildkrötenturm in Hanoi
Abendlich erleuchteter Schildkrötenturm in Hanoi

Des Weiteren habe ich noch ein paar Straßenszenen für euch fotografiert.

Auch Mönche brauchen mal 'ne Pause
Auch Mönche brauchen mal ’ne Pause
Fahrbarer Verkaufsstand im nächtlichen Hanoi
Fahrbarer Verkaufsstand im nächtlichen Hanoi
Traditionelles Gewand vietnamesischer Frauen
Traditionelles Gewand vietnamesischer Frauen
Nach Feierabend schnell noch ein bisschen Sport machen
Nach Feierabend schnell noch ein bisschen Sport machen

Die Parks sind generell gegen Abend viel mehr bevölkert, als tagsüber. Man trifft sich zum Sport oder flanieren, beobachtet die anderen, setzt sich als Backpacker hin und verkauft selbst geschossene Fotos, oder geht als Student auf die Suche nach Gesprächspartnern um sein Englisch zu verbessern.

Die Vietnamesen sind stolz auf ihre Kaffeeproduktion
Die Vietnamesen sind stolz auf ihre Kaffeeproduktion
Französische Einflüsse in Vietnam
Französische Einflüsse in Vietnam
Essen findet man hier an jeder Ecke
Essen findet man hier an jeder Ecke
Unter dieser Fülle an Blumen versteckt sich tatsächlich ein Fahrrad!
Unter dieser Fülle an Blumen versteckt sich tatsächlich ein Fahrrad!

An einem Abend haben wir uns eines der Wasserpuppentheater angeschaut, für das Vietnam berühmt ist.

Der Saal sieht aus, wie in einem normalen Theater, nur dass sich vorne anstelle der Bühne ein quadratisches Becken befindet, das ungefähr hüfthoch mit Wasser gefüllt ist.

Auf der Wasseroberfläche stand in diesem Fall ein Haus als Kulisse, dessen vordere Wand jedoch nur aus einem Vorhang bestand, hinter welchem sich die Puppenspieler befanden. Die Pupppen sind an Stäben befestigt, sodass die Spieler die Figuren vor dem Vorhang  vor sich her bewegen können, während sie selbst im Haus hinter dem Vorhang versteckt bleiben.

Die traditionelle Musik wird live gespielt und die einzelnen kurzen Theaterstücke handeln vom Alltag der Vietnamesen sowie historischen und religiösen Sagen.

Die Höhlen von Phong Nha

Nach der kulturellen Enttäuschung von Hue wurden wir in Dong Hoi, in der Nähe vom Phong Nha Nationalpark positiv überrascht.

Im Buffalo Hostel wurden wir sehr lieb empfangen, unter anderem, indem mir eine der Mitarbeiterinnen ein Herz in die Hand malte.

Ich hab dann gleich für den nächsten Tag eine Tour zu den Höhlen gebucht, die die Paradise Cave und die Dark Cave umfasste.

Der eigentliche Ausflug begann damit, dass wir uns bei der üblichen Hitze den Berg hoch geschleppt haben zur Paradise Cave. Inmitten einer nicht enden wollenden Masse anderer Touristen. Unser Guide wieß uns an, einige Minuten zu warten, um die kühle Höhle nicht zu nass geschwitzt und aufgeheizt zu betreten. Die Paradise Cave ist eine riesige Tropfsteinhhöhle mit einem Ausmaß, das ich noch nie zuvor gesehen habe.

Zuerst kommt man durch einen niedrigen Eingang, in dem man sich sogar ducken muss, in eine sehr hohe und weitläufige Halle. Man läuft unzählige Stufen runter und trifft dabei auf die skurrilsten Steinformationen, die von gewöhnlichen Stalagtiten und Stalagmiten über kleine „Monster“ und eine Art „Tannenbaum“ reichen, bis hin zu einem Klumpen, der mich an „Jabba The Hut“ aus Star-Wars erinnert hat.

In der Höhle war es angenehm kühl und eigentlich wollten wir gar nicht wieder raus. Aber die Neugier auf das, was uns in der Dark Cave erwarten würde, war dann doch zu groß.

Die Dark Cave hat ihren Namen daher verdient, dass sie abslut unbeleuchtet ist und das einzige Licht von den Stirnlampen kommt, die die Besucher tragen.  Aber von Anfang an.

Oberhalb der Dark Cave gab es Mittagessen und dann wurden wir mit Schwimmwesten, Helmen, Klettergurten und eben Stirnlampen ausgestattet, bevor wir die Stufen des Turmes erklommen, der als Startpunkt für die Zip-Line dient. Dort oben wurde einer nach dem anderen mit Hilfe des Klettergurtes an die Drahtseile gehängt, um dann an diesen herunter und zum Eingang der Höhle zu rutschen. Am Ende der Zip-Line wird man von belustigten „Hintern hoch!“-Rufen und zwei Mitarbeitern empfangen, die einen festhalten. „Hintern hoch“, weil man sonst mit dem Po stoppt, was unangenehm werden kann.

Als die ganze Gruppe runter gerutscht war, mussten wir kurz durch eine Bucht des Flusses schwimmen, um zum Höhleneingang zu kommen. Ab dort wurde es dann schnell immer dunkler, bis bald überhaupt kein Tageslicht mehr zu uns durchdrang. Gleichzeitig wurde es immer matschiger. Erst war es nur ein bisschen Feuchtigkeit an den Wänden, dann Wasser auf dem Boden, bald verschwanden unsere Füße im Matsch und nach kurzer Zeit standen wir bis zu den Knien drin. Der Weg durch die Höhle war abenteuerlich, mal niedrig, mal schmal und ein mal mussten wir einen kleinen Hang runter rutschen, bis wir schließlich im finalen Matschbecken angekommen waren. Zwischendurch kamen uns ein oder zwei andere Gruppen entgegen, von oben bis unten voll mit Matsch.

Im Matschbecken durften wir uns dann ungefähr eine viertel Stunde  vergnügen. Der Matsch war so dicht, dass man sich beispielsweise im Schneidersitz reinsetzen konnte, ohne groß unterzugehen. Zu guter Letzt haben Kaytlin, eine Kanadierin die ich während dem Ausflug kennen gelernt und mit der ich mich sehr gut verstanden hab, und ich noch unsere Gesichter in den Matsch getaucht.  Keine gute Idee! Kurz darauf hatten wir den Matsch nicht nur in den Augen, sondern auch im Mund.

Die Tour war zwar wirklich nicht billig, aber für mich hat sie sich auf jeden Fall gelohnt, weil ich nette Menschen kennen gelernt hab und jede Menge Spaß hatte!

Der Rückweg war ähnlich wie der Hinweg, nur dass wir den matschigen Hang dieses Mal an einem Seil hoch klettern und anschließend eine richtige steinerne Rutsche nehmen mussten, die einen mit viel Schwung nochmal in den Matsch katapultiert hat. Die letzte Aktivität in der Höhle war dann das Baden in einem See, der völlig im Dunkeln lag, um wenigstens wieder ein bisschen sauber zu werden. Wir haben ewig gebraucht, bis wir den Matsch aus unseren Augen und Haaren wieder draußen hatten!

Von der Höhle ging es mit Kanus zurück zum Ausgangspunkt, wo wir duschen konnten, bevor die Tour mit einem Fass Bier beendet, und wir wieder in die Stadt zurück gebracht wurden.

Am nächsten Tag mussten wir bis abends um zehn auf unseren Bus warten. Die freie Zeit haben wir teilweise im „Tree Huggers Café“, teilweise mit Spaziergängen am Kai und teilweise im Hostel verbracht. Dort kam ich mit einer der Mitarbeiterinnen ins Gespräch über Musik und wir haben uns gegenseitig unsere Lieblingslieder gezeigt, die wir über die Anlage abgespielt haben. Ihr Lieblingslied war doch tatsächlich „Haus am See“ von Peter Fox, obwohl sie vermutlich  kein Wort davon verstanden hat.

 

Hue oder „Das Geheimnis der Teigbällchen“

Hue wurde zwar im Vortrag beim Mundologia-Festival hervor gehoben, aber die Schönheit dieser Stadt hat sich uns leider nicht erschlossen. Es war so heiß und schwül, dass uns das atmen schwer fiel und die schöne Altstadt haben wir auch nicht gefunden.

So haben wir also nur mal die sogenannte Kaiserstadt besucht, die aber größtenteils auch nicht so beeindruckend war, wie man es nach dem Vortrag hätte erwarten können.  Zumindest nicht, nach all dem, was wir in anderen Teilen der Welt schon gesehen haben.

Die Fotos zeige ich euch natürlich trotzdem.

Eingang der Königsstadt von Hue
Eingang der Königsstadt von Hue
Die Zitadelle von Hue
Die Zitadelle von Hue
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Koi-Becken, Baum, Zitadelle von Hue
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Eine Art Gallerie in der Königsstadt
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Was noch übrig ist..
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Eins von vielen Koi-Becken in der Königsstadt
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Theater innerhalb der Könnigsstadt
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Selfie vor einer riesengroßen Spiegelwand
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Eine Figur auf dem Hof vor dem Thronsaal

Die restliche Zeit haben wir hauptsächlich in Restaurants oder dem Café um die Ecke verbracht, wo wir einfach mal alle Snacks, die auf der Karte standen, bestellt und probiert haben.

Zunächst hatten wir nur etwas zu trinken bestellt, unseren ersten Matcha-Tee überhaupt! Mit fortschreitender Stunde haben aber immer mehr Leute um uns herum etwas zu Essen bestellt, was oft wirklich lecker aussah. Besonders die kleinen Teigbällchen hatten es mir angetan. Allerdings wusste ich ja nicht, wie sie heißen. Und bis der Kellner auf mich aufmerksam wurde, hatten die Leute am Nebentisch ihre Bällchen schon aufgegessen, sodass ich nicht mal darauf zeigen konnte.

Ich wollte aber unbedingt wissen, was das für Bällchen waren, also haben wir einfach die ersten beiden Gerichte auf der Karte bestellt.

Das Erste stellte sich als gekochter Mais mit scharfer Soße heraus und hinter dem zweiten verbarg sich eine Art vegetarisches Suhsi, ohne Fisch, dafür mit Gemüsefüllung. Aber keine Bällchen..

Als nächstes bekamen wir Beef Jerky mit Limette. Wieder keine Bällchen.

Das nächste Gericht war gerade nicht verfügbar und so bekamen wir endlich, endlich die heiß ersehnten Teigbällchen. Gespannt biss ich hinein, schaute mir dann die Füllung an und erkannte.. Tintenfisch!

Wer mich gut kennt weiß, dass ich mir kaum etwas schlimmeres hätte vorstellen können, da ich bei Meeresfrüchten normalerweise Reiß aus nehme. So war dann also das Geheimnis der Teigbällchen gelüftet und mein Appettit darauf vergangen.