Unterbrechung

Liebe Blogleserinnen und -leser,

Danke, dass ihr mir bis hierhin gefolgt seid!
Nun muss ich euch leider mitteilen, dass ich die Reise aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen muss. Ich fliege nach Hause, versuche gesund zu werden und mich zu erholen und wenn alles gut läuft, geht es im Januar weiter.
Danke für euer Verständnis!

 

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Himmel über Delhi

Der Verkehr in Indien scheint erst mal wirklich so schlimm, wie alle immer sagen. Aber wenn man ein paar Mal in Delhi unterwegs war, gewöhnt man sich daran.
Am Anfang fand ich es am Einfachsten, mich an Einheimischen zu orientieren, die in die gleiche Richtung wollten, wie ich.
Und als Fußgänger findet man erstaunlich oft eine Lücke im Verkehr, in der man die Straße überqueren kann.
Irgendwie klappt es auch immer. Wenn man selbst fährt, halten die anderen schon an und wenn jemand anders als erstes fährt, muss man eben selbst warten.
Mit Blickkontakt, guter Reaktionsfähigkeit und auch etwas Mut schafft man das auch als Europäer. Ich sage nicht, man soll nicht vorsichtig sein, aber wenn man vor dem Verkehr Angst hat, kann man es auch gleich bleiben lassen.

Das Essen hingegen war von Anfang an unschlagbar lecker.
Kevin meint, dass sogar er hier locker zum Vegetarier werden könnte. Viele Restaurants hier in Nordindien sind tatsächlich komplett vegetarisch. Macht aber auch Sinn. Die Hinduisten essen keine Kühe, die Muslime kein Schwein und die Buddhisten überhaupt kein Fleisch.
In manchen Restaurants findet man allerdings Gerichte, die Geflügel enthalten.
Hauptbestandteil des Essens hier ist Reis. Dazu gibt es eine Menge Gerichte, die Gemüse in unterschiedlichsten Varianten und bzw oder einen weichen, weißen Käse beinhalten. Entweder frittiert oder in einer der vielen Soßen. Dazu wird meist Fladenbrot serviert, beispielsweise Roti, Naan, Chapati oder Pappad, welches hier quasi als Besteck dient.
Wie man es faltet, um damit das restliche Essen aufzunehmen, hat uns Manish beigebracht. Nach ein paar Mal üben, klappt es ganz gut.
Achja, der Chai Tee hier schmeckt super gut! Kein Vergleich zu dem, was man meistens in Deutschland bekommt 😉

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Die Menschen in Indien sind meistens recht interessiert an uns.
Die Blicke, die uns treffen reichen allerdings von skeptisch und misstrauisch über neugierig bis hin zu freundlich. Manchmal werden wir angesprochen, nur damit man mit uns reden kann. Wir werden gefragt, wie es uns geht und wo wir her kommen.
Viele Frauen kleiden sich noch traditionell, unabhängig von ihrem Alter. Die Kleidung, die sie dann tragen ist erfrischend farbenfroh, die einzelnen Kleidungsstücke sind farblich aufeinander abgestimmt und manchmal mit detaillierten Mustern verziert.
Es gibt aber wohl auch immer mehr, vor allem junge Frauen, die sich westlich kleiden.

Und um auf die Überschrift zurück zu kommen: ein Mal haben wir in Delhi sogar, entgegen aller Vorurteile, blauen Himmel sehen können.

Weg nach Gurgaon

Unser erster Eindruck von Delhi war etwas ernüchternd.
Wir kamen völlig übermüdet und durstig aus dem Flughafen und standen in einer riesigen Menschenmenge.
Der Plan war, ein Taxi zu nehmen und zu unserem Couchsurfing-Host nach Gurgaon zu fahren.
Dieser Plan war nur nicht besonders einfach umzusetzen.
Natürlich haben uns viele Männer angesprochen und wollten uns eine Taxifahrt anbieten, aber da jetzt einen auszusuchen, der vertrauenswürdig ist und dir keinen zu hohen Preis macht.. Das hat wohl nicht so gut geklappt. Als wir nämlich grade mit einem der Männer zu seinem Taxi laufen wollten, hielt uns ein anderer auf, sagte, er sei Polizist und wir sollten nicht mitgehen. Dann hat er uns zu einem „offiziellen“ Taxistand gebracht. Wie wir später erfahren haben, kann er kein Polizist gewesen sein, da diese immer eine Uniform tragen, was bei ihm nicht der Fall war.

Wir haben uns dann nach längerem hin und her mit der echten Polizei für die Metro entschieden.
Generell kann ich die Metro in Delhi nur empfehlen, da jeder Eingang von mehreren Polizisten bewacht wird und jeder Fahrgast, der in die Metro möchte samt Gepäck durch einen Scanner laufen muss. Auch preislich ist die Metro kaum zu toppen.
Anfangs kommt einem das komisch vor, aber man gewöhnt sich dran und dann geht die ganze Prozedur vom Ticketkauf über den Scanner bis zum Sitzplatz in der Metro auch recht schnell.

Jetzt aber zurück zu unserem Weg nach Gurgaon.
Wir hatten uns am Netzplan der Metro ausgeguckt, mit der gelben Linie zu fahren und dann in die hellblaue Linie umzusteigen.
Auch das hat sich als kein guter Plan heraus gestellt.
Als wir nämlich ausgestiegen waren, wussten wir doch nicht mehr so genau, wohin und Google Maps in Kombination mit dem Netzplan der Metro hat uns nur noch mehr verwirrt.
Nachdem wir dann da so eine Weile planlos rumgestanden sind, von zwei Leuten angesprochen wurden, und uns wegen dem chaotischen Verkehr nicht so ganz von der Fußgängerbrücke runter getraut haben, konnten wir uns schließlich dazu durchringen, es mit einem Tuk-Tuk zu probieren. Der Fahrer sollte ja zumindest wissen, wo die Adresse ist, die wir suchen.

Ich war so müde, dass ich im Tuk-Tuk eingeschlafen bin und von der Fahrt kaum etwas mitbekommen hab. Aber als ich aufgewacht bin, standen wir vor dem richtigen Haus.
Drinnen wurden wir von Manish mit frisch gekochtem indischen Essen begrüßt. Über den viel zu hohen Preis, den wir fürs Tuk-Tuk bezahlt haben, konnte er nur lachen.

23 Stunden

Da wir uns leider nicht rechtzeitig um Transitvisa gekümmert haben, sitzen wir jetzt ungefähr 23 Stunden am Moskauer Flughafen.

Sonntag, 25.10.2015:
Gegen 19.30 verlassen wir das Flugzeug aus Thessaloniki. Wir stehen im Flughafengebäude und denken uns, dass wir wahrscheinlich zu den internationalen Abflügen gehen sollten.
Dort werden wir von einer Mitarbeiterin empfangen:
„Where does your flight go?“
„To Dheli, but tomorrow.“
Mitarbeiterin schaut auf den Zettel in ihrer Hand:
„Oh yes, 2 persons. Just go there and your flight goes from terminal F.“

Wir gehen also durch die Sicherheitskontrolle und dürfen unsere Schuhe dieses Mal anbehalten. Wir kommen ja auch grade aus dem Flugzeug.

In der Wartehalle empfängt uns dann direkt Burger King. Der erste, den ich seit acht Wochen gesehen habe.
Dahinter ein Café, ein anderer Burgerladen und mehrere Duty-Free-Shops, in denen 0,5 l Wasser zwei Euro kosten.
Wir kaufen uns eine Flasche, bezahlen mit Kreditkarte und warten gefühlte fünf Minuten, bis die Wasserflasche sicher in einer Tüte eingeschweißt ist.
Wir laufen eine Runde, schwitzen in unseren Fleecepullis, setzen uns irgendwo hin, trinken das Wasser.

Inzwischen ist es 20.43 Uhr. Aber eigentlich erst 19.43 Uhr, weil wir im Flug die Zeitzone gewechselt haben. Und in Deutschland sogar erst 18.43 Uhr. Ich weiß nicht genau, welcher Uhrzeit entsprechend ich mich verhalten soll.
Bin ich denn schon müde? Irgendwie schon, aber es ist ja eigentlich erst 18.44 Uhr.. Zu früh zum schlafen und nachts müssen wir ja auch irgendwas machen.
Neben uns entdecken wir eine Steckdose, die sogar funktioniert. Wäre also wenigstens die Möglichkeit der Handynutzung schonmal gesichert, das Ladekabel hab ich zum Glück im Handgepäck.

Um kurz vor 21 Uhr sage ich, dass ich mal schauen möchte, ob es am Kiosk auch deutsche Presse gibt. In dem Moment geht das Gitter runter und das Kiosk macht zu.
Um 21.12 Uhr fällt mir auf, dass es wieder geöffnet ist.
Bis ich mich dann aufgerafft habe, rüber zu laufen, hat es dann doch endgültig geschlossen für heute.

Gegen 22.15 Uhr holen wir uns noch einen Burger, den man ebenfalls mit Kreditkarte bezahlen kann. Was für ein Glück für uns! Rubel haben wir nämlich nicht und einen Geldautomaten haben wir auch nicht gefunden, obwohl der Flughafen hier echt größer ist, als gedacht.

Nach dem Essen suchen wir uns einen Platz, der irgendwie zum Schlafen geeignet sein könnte.
Die Wahl fällt auf zwei gegenüber stehende Sitzreihen, die jemand zusammen geschoben hat. Blöd nur, dass die einzelnen Sitze durch Armlehnen getrennt sind, aber wenn wir diagonal liegen, geht es.
Zuerst wälze ich mich mehrmals ziemlich umständlich von einer Seite auf die andere, irgendwann schlafe ich aber wohl doch ein.
Die Jacke als Kopfkissen und den Ärmel übers Gesicht gelegt, hier herrscht nämlich die ganze Nacht Festbeleuchtung.
Gegen 4.00 Uhr morgens sind wir wieder wach.

Montag, 26.10.2015:
Um fünf Uhr bin ich dann doch wieder so müde, dass ich es nochmal mit schlafen probiere.
Klappt bis sieben Uhr ganz gut. Dann bricht die Dämmerung an und der Flughafen füllt sich wieder.
Gegen acht wird es dann Zeit für den ersten Kaffee und ich hole uns Frühstück.

Glücklicherweise ist an so einem Flughafen viel los und man kann über die Menschen, Fahrzeuge und Destinationen reden.
Zwischendurch dann noch schnell im Waschbecken Haare waschen und so gegen 13.00 mal was zu Mittag essen.

Danach ein kleiner Spaziergang durch den Flughafen, auf der erfolglosen Suche nach deutschen oder wenigstens englischen Zeitschriften. Alles nur auf russisch erhältlich.
Aber durch das kostenlose Wlan können wir uns wenigstens ein paar Spiele aufs Handy laden.
Bis wir uns dann einen neuen Platz in einer anderen Wartehalle gesucht haben, ist es auch schon Nachmittag.

Nur noch viereinhalb Stunden, bis der Flug geht.
Genug Zeit also, um die letzten Euros loszuwerden und noch ein paar Sachen zu besorgen, die den Flug angenehmer machen. Ein Nackenhörnchen, eine Tafel Schokolade..

Die restliche Zeit haben wir damit verbracht, viel Wasser zu trinken, (um während dem Flug nicht zu dehydrieren) und uns zu unterhalten.

Diese 23 Stunden am Flughafen gingen im Nachhinein schneller um, als wir gedacht hätten.

Pfifferlinge

In den Wäldern von Meteora gibt es einige Stellen, an denen man richtig gut Pilze sammeln kann.
Ein paar Fliegenpilze sind dabei und auch welche, die wir nicht kennen.
Pfifferlinge kennen wir aber und da sie sehr lecker sind, wenn man sie richtig zubereitet, haben wir eine Tüte voll gesammelt.
Vorher haben wir von anderen Campen erfahren, dass es hier viele Pfifferlinge gibt. Sonst wären wir vermutlich nicht so mutig gewesen, sie zu sammeln.

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Zurück auf dem Campingplatz werden die Pilze zurecht geschnitten, gewaschen, in Brühe durchgekocht und mit Reis und Käse vermischt.
Ein super leckeres Risotto!