23 Stunden

Da wir uns leider nicht rechtzeitig um Transitvisa gekümmert haben, sitzen wir jetzt ungefähr 23 Stunden am Moskauer Flughafen.

Sonntag, 25.10.2015:
Gegen 19.30 verlassen wir das Flugzeug aus Thessaloniki. Wir stehen im Flughafengebäude und denken uns, dass wir wahrscheinlich zu den internationalen Abflügen gehen sollten.
Dort werden wir von einer Mitarbeiterin empfangen:
„Where does your flight go?“
„To Dheli, but tomorrow.“
Mitarbeiterin schaut auf den Zettel in ihrer Hand:
„Oh yes, 2 persons. Just go there and your flight goes from terminal F.“

Wir gehen also durch die Sicherheitskontrolle und dürfen unsere Schuhe dieses Mal anbehalten. Wir kommen ja auch grade aus dem Flugzeug.

In der Wartehalle empfängt uns dann direkt Burger King. Der erste, den ich seit acht Wochen gesehen habe.
Dahinter ein Café, ein anderer Burgerladen und mehrere Duty-Free-Shops, in denen 0,5 l Wasser zwei Euro kosten.
Wir kaufen uns eine Flasche, bezahlen mit Kreditkarte und warten gefühlte fünf Minuten, bis die Wasserflasche sicher in einer Tüte eingeschweißt ist.
Wir laufen eine Runde, schwitzen in unseren Fleecepullis, setzen uns irgendwo hin, trinken das Wasser.

Inzwischen ist es 20.43 Uhr. Aber eigentlich erst 19.43 Uhr, weil wir im Flug die Zeitzone gewechselt haben. Und in Deutschland sogar erst 18.43 Uhr. Ich weiß nicht genau, welcher Uhrzeit entsprechend ich mich verhalten soll.
Bin ich denn schon müde? Irgendwie schon, aber es ist ja eigentlich erst 18.44 Uhr.. Zu früh zum schlafen und nachts müssen wir ja auch irgendwas machen.
Neben uns entdecken wir eine Steckdose, die sogar funktioniert. Wäre also wenigstens die Möglichkeit der Handynutzung schonmal gesichert, das Ladekabel hab ich zum Glück im Handgepäck.

Um kurz vor 21 Uhr sage ich, dass ich mal schauen möchte, ob es am Kiosk auch deutsche Presse gibt. In dem Moment geht das Gitter runter und das Kiosk macht zu.
Um 21.12 Uhr fällt mir auf, dass es wieder geöffnet ist.
Bis ich mich dann aufgerafft habe, rüber zu laufen, hat es dann doch endgültig geschlossen für heute.

Gegen 22.15 Uhr holen wir uns noch einen Burger, den man ebenfalls mit Kreditkarte bezahlen kann. Was für ein Glück für uns! Rubel haben wir nämlich nicht und einen Geldautomaten haben wir auch nicht gefunden, obwohl der Flughafen hier echt größer ist, als gedacht.

Nach dem Essen suchen wir uns einen Platz, der irgendwie zum Schlafen geeignet sein könnte.
Die Wahl fällt auf zwei gegenüber stehende Sitzreihen, die jemand zusammen geschoben hat. Blöd nur, dass die einzelnen Sitze durch Armlehnen getrennt sind, aber wenn wir diagonal liegen, geht es.
Zuerst wälze ich mich mehrmals ziemlich umständlich von einer Seite auf die andere, irgendwann schlafe ich aber wohl doch ein.
Die Jacke als Kopfkissen und den Ärmel übers Gesicht gelegt, hier herrscht nämlich die ganze Nacht Festbeleuchtung.
Gegen 4.00 Uhr morgens sind wir wieder wach.

Montag, 26.10.2015:
Um fünf Uhr bin ich dann doch wieder so müde, dass ich es nochmal mit schlafen probiere.
Klappt bis sieben Uhr ganz gut. Dann bricht die Dämmerung an und der Flughafen füllt sich wieder.
Gegen acht wird es dann Zeit für den ersten Kaffee und ich hole uns Frühstück.

Glücklicherweise ist an so einem Flughafen viel los und man kann über die Menschen, Fahrzeuge und Destinationen reden.
Zwischendurch dann noch schnell im Waschbecken Haare waschen und so gegen 13.00 mal was zu Mittag essen.

Danach ein kleiner Spaziergang durch den Flughafen, auf der erfolglosen Suche nach deutschen oder wenigstens englischen Zeitschriften. Alles nur auf russisch erhältlich.
Aber durch das kostenlose Wlan können wir uns wenigstens ein paar Spiele aufs Handy laden.
Bis wir uns dann einen neuen Platz in einer anderen Wartehalle gesucht haben, ist es auch schon Nachmittag.

Nur noch viereinhalb Stunden, bis der Flug geht.
Genug Zeit also, um die letzten Euros loszuwerden und noch ein paar Sachen zu besorgen, die den Flug angenehmer machen. Ein Nackenhörnchen, eine Tafel Schokolade..

Die restliche Zeit haben wir damit verbracht, viel Wasser zu trinken, (um während dem Flug nicht zu dehydrieren) und uns zu unterhalten.

Diese 23 Stunden am Flughafen gingen im Nachhinein schneller um, als wir gedacht hätten.

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