Die Höhlen von Phong Nha

Nach der kulturellen Enttäuschung von Hue wurden wir in Dong Hoi, in der Nähe vom Phong Nha Nationalpark positiv überrascht.

Im Buffalo Hostel wurden wir sehr lieb empfangen, unter anderem, indem mir eine der Mitarbeiterinnen ein Herz in die Hand malte.

Ich hab dann gleich für den nächsten Tag eine Tour zu den Höhlen gebucht, die die Paradise Cave und die Dark Cave umfasste.

Der eigentliche Ausflug begann damit, dass wir uns bei der üblichen Hitze den Berg hoch geschleppt haben zur Paradise Cave. Inmitten einer nicht enden wollenden Masse anderer Touristen. Unser Guide wieß uns an, einige Minuten zu warten, um die kühle Höhle nicht zu nass geschwitzt und aufgeheizt zu betreten. Die Paradise Cave ist eine riesige Tropfsteinhhöhle mit einem Ausmaß, das ich noch nie zuvor gesehen habe.

Zuerst kommt man durch einen niedrigen Eingang, in dem man sich sogar ducken muss, in eine sehr hohe und weitläufige Halle. Man läuft unzählige Stufen runter und trifft dabei auf die skurrilsten Steinformationen, die von gewöhnlichen Stalagtiten und Stalagmiten über kleine „Monster“ und eine Art „Tannenbaum“ reichen, bis hin zu einem Klumpen, der mich an „Jabba The Hut“ aus Star-Wars erinnert hat.

In der Höhle war es angenehm kühl und eigentlich wollten wir gar nicht wieder raus. Aber die Neugier auf das, was uns in der Dark Cave erwarten würde, war dann doch zu groß.

Die Dark Cave hat ihren Namen daher verdient, dass sie abslut unbeleuchtet ist und das einzige Licht von den Stirnlampen kommt, die die Besucher tragen.  Aber von Anfang an.

Oberhalb der Dark Cave gab es Mittagessen und dann wurden wir mit Schwimmwesten, Helmen, Klettergurten und eben Stirnlampen ausgestattet, bevor wir die Stufen des Turmes erklommen, der als Startpunkt für die Zip-Line dient. Dort oben wurde einer nach dem anderen mit Hilfe des Klettergurtes an die Drahtseile gehängt, um dann an diesen herunter und zum Eingang der Höhle zu rutschen. Am Ende der Zip-Line wird man von belustigten „Hintern hoch!“-Rufen und zwei Mitarbeitern empfangen, die einen festhalten. „Hintern hoch“, weil man sonst mit dem Po stoppt, was unangenehm werden kann.

Als die ganze Gruppe runter gerutscht war, mussten wir kurz durch eine Bucht des Flusses schwimmen, um zum Höhleneingang zu kommen. Ab dort wurde es dann schnell immer dunkler, bis bald überhaupt kein Tageslicht mehr zu uns durchdrang. Gleichzeitig wurde es immer matschiger. Erst war es nur ein bisschen Feuchtigkeit an den Wänden, dann Wasser auf dem Boden, bald verschwanden unsere Füße im Matsch und nach kurzer Zeit standen wir bis zu den Knien drin. Der Weg durch die Höhle war abenteuerlich, mal niedrig, mal schmal und ein mal mussten wir einen kleinen Hang runter rutschen, bis wir schließlich im finalen Matschbecken angekommen waren. Zwischendurch kamen uns ein oder zwei andere Gruppen entgegen, von oben bis unten voll mit Matsch.

Im Matschbecken durften wir uns dann ungefähr eine viertel Stunde  vergnügen. Der Matsch war so dicht, dass man sich beispielsweise im Schneidersitz reinsetzen konnte, ohne groß unterzugehen. Zu guter Letzt haben Kaytlin, eine Kanadierin die ich während dem Ausflug kennen gelernt und mit der ich mich sehr gut verstanden hab, und ich noch unsere Gesichter in den Matsch getaucht.  Keine gute Idee! Kurz darauf hatten wir den Matsch nicht nur in den Augen, sondern auch im Mund.

Die Tour war zwar wirklich nicht billig, aber für mich hat sie sich auf jeden Fall gelohnt, weil ich nette Menschen kennen gelernt hab und jede Menge Spaß hatte!

Der Rückweg war ähnlich wie der Hinweg, nur dass wir den matschigen Hang dieses Mal an einem Seil hoch klettern und anschließend eine richtige steinerne Rutsche nehmen mussten, die einen mit viel Schwung nochmal in den Matsch katapultiert hat. Die letzte Aktivität in der Höhle war dann das Baden in einem See, der völlig im Dunkeln lag, um wenigstens wieder ein bisschen sauber zu werden. Wir haben ewig gebraucht, bis wir den Matsch aus unseren Augen und Haaren wieder draußen hatten!

Von der Höhle ging es mit Kanus zurück zum Ausgangspunkt, wo wir duschen konnten, bevor die Tour mit einem Fass Bier beendet, und wir wieder in die Stadt zurück gebracht wurden.

Am nächsten Tag mussten wir bis abends um zehn auf unseren Bus warten. Die freie Zeit haben wir teilweise im „Tree Huggers Café“, teilweise mit Spaziergängen am Kai und teilweise im Hostel verbracht. Dort kam ich mit einer der Mitarbeiterinnen ins Gespräch über Musik und wir haben uns gegenseitig unsere Lieblingslieder gezeigt, die wir über die Anlage abgespielt haben. Ihr Lieblingslied war doch tatsächlich „Haus am See“ von Peter Fox, obwohl sie vermutlich  kein Wort davon verstanden hat.

 

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Ein Gedanke zu „Die Höhlen von Phong Nha“

  1. Hallo Luisa.
    Das klingt ja echt abenteuerlich. Hemmungen vor Matsch darf man da wohl keine haben. Da hattest du deinen Fotoapparat sicher nicht dabei. Schade, die Fotos wären bestimmt klasse.
    Wir verfolgen deine Berichte wieder mit großer Freude.

    Liebe grüße
    Heike

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