Mit dem Slow-Boat über den Mekong

Wir hätten in drei Stunden da sein können. Wir haben uns für zwei Tage entschieden.

Zwei Tage dauert es, um von Luang Prabang in Laos mit dem Slow-Boat nach Huei Xey zu kommen, und nochmal einen extra Tag, um dann mit dem Bus die Grenze zu überqueren, um schließlich in Lampang zu landen.

Nicht nur, dass das Slow-Boat im Gegensatz zum Speedboat sicherer ist, man bekommt auch viel mehr von der Natur und dem Leben am Mekong mit.

Während man so gemächlich dahin treibt und öfter mal anhält, um jemanden der gut 50 Personen aussteigen zu lassen, oder neue Passagiere aufzunehmen, fragt man sich irgendwann, ob es festgelegte Haltestellen gibt, oder woher der Bootsführer eigentlich weiß, wo er anhalten muss. Wir wissen es bis heute nicht.

Nach den ersten drei Stunden Fahrt, die ja noch ganz spannend waren, fragt man sich dann, wie man die restlichen sieben eigentlich aushalten soll, auf den harten Bänken ohne jegliche Unterhaltung. Dann ist man froh, dass man wenigstens was zu Essen mitgenommen hat, denn wie lange die Fahrt wirklich dauern würde, hat einem vorher niemand gesagt.

Irgendwann winkt man den Kindern am Ufer auch nur noch so halbherzig zurück, die Natur ist nach mehreren Stunden immernoch die Gleiche und auch nicht mehr so beeindruckend wie am Anfang, der Motor dröhnt in den Ohren, die Laune sinkt und man versucht, die Zeit irgendwie mit Schlafen zu überbrücken, Im Sitzen. Auf einem Platz der gerade dafür ausreichend ist.

Als wir uns am ersten Tag dann dem Ziel nähern, fällt uns auf, dass wir uns noch gar keine Gedanken über unser Nachtquartier gemacht haben, aber auch dasist in Laos kein Problem. Kurz bevor wir anlegen, dreht sich eine Frau mittleren Alters zu uns um und fragt, ob wir schon ein Zimmer gebucht hätten. Als wir verneinen stellt sich heraus, dass die Dame ein Gasthaus direkt oben im Dorf besitzt und günstige Zimmer anbietet. Während sie weiter auf Kundenfang geht, beschließen wir, uns einfach mal eines ihrer Zimmer anzusehen. Als das Boot anlegt, folgen wir ihr gemeinsam mit ein paar anderen Touristen, querfeldein den Berg hoch. Das Zimmer ist zwar heiß, da wir aus Kostengründen auf die Klimaanlage verzichten, aber durchaus sauber und auch sonst nicht schlecht. Abendessen wird zu den in Laos üblichen Preisen angeboten und für den nächsten Morgen, an dem wir ein weiteres Mal das Boot besteigen, können wir sogar Lunchpakete mit belegten Baguettes und einem Reis- oder Nudelgericht bestellen, die schon fertig gerichtet sind, als wir zum Auschecken nach unten kommen. Das ist doch mal ein Service!

Der zweite Tag der Bootsfahrt war zwar genauso anstrengend, aber immerhin etwas kürzer. Am Ende dieses Tages kamen wir in einer laotischen Grenzstadt an, in der nicht wirklich viel los war. Wir hatten aber auch keine Lust mehr, noch groß nach einem Hotel zu suchen und haben daher eines in der Nähe der Anlegestellte genommen, in dem wir von einem Ladyboy begrüßt wurden, der auch gleich einen Bus nach Lampang für den nächsten Tag gebucht hat. So weit, so gut. Abendessen zu bekommen, gestaltete sich allerdings etwas schwierig, da die wenigen vorhandenen Restaurants alle geschlossen hatten. Deswegen hat Kevin es dann einfach bleiben lassen und mir ging es sowieso nicht so gut. Frühstück ließ sich wiederum gut organisieren, da sich direkt neben dem Hotel ein „Wir-haben-alles“-Laden befand, der auch frisch belegte Baguettes angeboten hat. Mit diesen im Gepäck haben wir uns dann per Tuk-Tuk auf den Weg zum Busbahnhof gemacht, wo wir noch Zeit hatten für eine heiße Schokolade und ein bisschen Surfen im Wlan. Der Bus brachte uns dann, unterbrochen von einer Polizeikontrolle, nach Lampang.

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