Die Westküste: von Darwin nach Broome

Litchfield

Der erste Stop unseres Roadtrips war der Litchfield Nationalpark, mit den Wangi Falls.

Nachdem wir eine Weile überlegt hatten, ob wir nach Litchfield oder in den Kakadu Nationalpark gehen, kann ich nur sagen, dass die Entscheidung für Litchfield definitiv die richtige war.

In diesem Park gibt es jede Menge Bademöglichkeiten, was uns bei der tropischen Hitze sehr gelegen kam.

Diese natürlichen Pools, die von Flüssen gespeist werden und oft mit Wasserfällen einher gehen, bieten mit unglaublich klarem Wasser und idyllischer Natur eine angenehme Abkühlung.

Manchmal sind die Pools so tief, dass man von den erhöhten Felsen, die sie säumen, ins Wasser springen kann, ohne den Boden zu berühren und gleichzeitig so klar, dass man den Boden trotzdem sieht.

Die Bäume des Nationalparks wurden abends von unzähligen Fledermäusen bevölkert, die über unsere Köpfe hinweg schwebten und den Himmel zusätzlich verdunkelten.

Nach unserer Nacht im Nationalpark haben wir uns gleich mal die überaus hilfreiche App „WikiCamps“ zunutze gemacht, ein Verzeichnis aus offiziellen Campingplätzen, Wildcampingspots und sogenannten „Points of Interest“ also Sehenswürdigkeiten oder andere Dinge, die für Reisende nützlich sein können.

So haben wir unseren ersten Wildcampingspots angesteuert, der auch recht idyllisch und vor allem relativ vereinsamt war.

Es handelte sich hierbei nur um den verlassenen Lagerplatz eines Kieswerkes, aber selbst sowas kann in Australien wunderschön sein, wenn es von nichts als Natur umgeben ist und der Sonnenuntergang den Himmel in leuchtende Farben taucht.

Katherine 

In Katherine haben wir auf einem Campingplatz einen Schweizer getroffen, der zu Fuß in Australien unterwegs ist. Als wäre das nicht schon genug, hatte er einen aufgerüsteten Einkaufswagen, genannt „Mrs. Molly“, dabei. Sein Plan war, von Darwin nach Adelaide zu laufen, was er inzwischen sogar tatsächlich geschafft hat.

Er erzählte uns auch von der „School of the Air“, die Standorte in Katherine und einigen anderen australischen Städten hat und über Videotelefonie Kinder auf entlegenen Farmen unterrichtet. Daraufhin haben wir diese Schule auch besucht, uns ein bisschen mit einer ehemaligen Lehrerin unterhalten und sogar mitbekommen, wie das Ganze funktioniert. Zum Zeitpunkt unseres Besuches fand kein regulärer Unterricht statt, sondern die Auszeichnung der Werke der Kinder. Dazu hatten sich die Lehrer in einem technisch voll ausgestatteten Raum vor einem Greenscreen versammelt, was gefilmt und zu jedem Kind nach Hause übertragen wurde. Die Kinder konnten sich entweder nur mit Ton, Schrift oder auch mit Bild zuschalten und sich so gegenseitig Anerkennung bekunden. Zu Beginn und Ende jeder Unterrichtseinheit singen Lehrer und Kinder gemeinsam das Lied der Schule und um die analog-soziale Komponente nicht zu vernachlässigen, gibt es ab und zu Veranstaltungen, wie beispielsweise Sportfeste, zu denen sich die Kinder, Eltern und Lehrer dann auch mal in echt treffen.

Neben dieser besonderen Schule gibt es in Katherine noch den Nitmiluk Nationalpark, der eine Flughundkolonie und einen Wanderweg über die Felsen der Schlucht bietet. Flughunde können auf den ersten Blick mit Fledermäusen verwechselt werden, sind aber sehr groß und haben rötliches Fell. Außerdem sind sie tagaktiv und können in Gruppen unglaublich laut werden. Wenn sie über einen hinweg fliegen, und die Sonne durch die Flügel scheint, kann man die Arme und Adern sehen, was ziemlich gespenstisch wirkt.

Das Gebiet dieses Nationalparks ist für die örtlichen Aboriginies von großer Bedeutung, da sich hier wichtige Geschichten der sogenannten „Dreamtime“ abgespielt haben sollen. Mit „Dreamtime“ bezeichnet die indigene Bevölkerung Australiens das Konzept von der Entstehung der Welt, das sich stark von der Evolutionstheorie und der christlichen Schöpfungsgeschichte unterscheidet.

Nimmt man den Wanderweg über zerklüftete Felsen, kommt man oberhalb der Schlucht raus und hat einen atemberaubenden Ausblick auf den Fluss, der sich durch das Tal schlängelt.

Lake Aguyle 

Dieser See ist das größte Süßwasserreservoir von ganz Australien und hat eine tiefblaue Farbe. Er ist sehr schön gelegen und betreibt ein Wasserkraftwerk, viel zu erzählen gibt es darüber allerdings nicht.

Wolfe Creek

Davon hat der ein oder die andere vielleicht schon mal gehört. Gibt’s ja einen Horrorfilm drüber. Allerdings hat der Ort, also der riesige Meteoritenkrater, wenig mit einem Horrorfilm zu tun, wenn man ihn besucht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie alt der Krater schon ist, aber er war anfänglich wohl doppelt so tief, wie er heute ist. Mit der Zeit hat der Wind den Sand und Staub aus der umliegenden Wüste hinein geweht. Wenn man oben auf dem Rand des Kraters steht, kann man sehen, dass die Bäume und Pflanzen im Inneren ringförmig wachsen. Warum das so ist, haben wir allerdings nicht heraus gefunden.

Allerdings war allein der Weg nach Wolfe Creek schon abenteuerlich. Es war die erste Schotterpiste, die wir mit unserem Van gefahren sind und dementsprechend aufgeregt und skeptisch waren wir. Würde der Van das überhaupt schaffen? Nun ja, geschafft hat er es, aber angenehm war es nicht. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt und haben jede Menge Staub aufgewirbelt. Da wir langsamer gefahren sind, als angenommen, waren wir noch unterwegs, als die Schatten schon länger wurden, und die Sonne langsam unterging. Die letzten Strahlen spielten mit dem Staub, der über der Straße hing und erzeugten eine mystische Stimmung. Grade noch rechtzeitig erreichten wir das Wolfe Creek Camp, einen kleinen runden Platz mit Baum in der Mitte, auf dem wir es uns mit zwei anderen Autos für die Nacht gemütlich machten.

Während wir noch das Abendessen kochten, erschienen über uns mehr und mehr Sterne, die sich zu einem unglaublichen Sternenhimmel zusammen setzten. Das Sternenzelt reichte bis zum Horizont, wo es die Erde zu berühren schien, mit einem Himmel wie schwarzem Samt und Sternen so hell und klar wie Diamanten.

Fitzroy Crossing/Lake Ellendale 

Der Ort Fitzroy Crossing ist um die Stelle herum entstanden, an der die Kutschen früher den Fitzroy Fluss durchquert haben.

Derby/Broome 

In Broome haben wir ein paar Angler getroffen, die uns ihren zuvor gefangenen Catfish gezeigt und uns erklärt haben, dass der Stachel, den dieser Fisch hat, giftig ist.

Wir konnten auf einer Holzbrücke mit Schienen über das Meer laufen und uns einen breiten Streifen Wattland ansehen.


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Ein Gedanke zu „Die Westküste: von Darwin nach Broome“

  1. Hallo, ihr seid mit eurem Auto km-fresser, da staune ich schon, aber wie kann es der Schweizer zu Fuß schaffen, das sind doch an die 3000 km in ca 3 Monaten, der muss aber fit sein, hat die Mrs. Molly durchgehalten?
    Alles liebe für euch

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