Kategorie-Archiv: Allgemein

Die Westküste: von Darwin nach Broome

Litchfield

Der erste Stop unseres Roadtrips war der Litchfield Nationalpark, mit den Wangi Falls.

Nachdem wir eine Weile überlegt hatten, ob wir nach Litchfield oder in den Kakadu Nationalpark gehen, kann ich nur sagen, dass die Entscheidung für Litchfield definitiv die richtige war.

In diesem Park gibt es jede Menge Bademöglichkeiten, was uns bei der tropischen Hitze sehr gelegen kam.

Diese natürlichen Pools, die von Flüssen gespeist werden und oft mit Wasserfällen einher gehen, bieten mit unglaublich klarem Wasser und idyllischer Natur eine angenehme Abkühlung.

Manchmal sind die Pools so tief, dass man von den erhöhten Felsen, die sie säumen, ins Wasser springen kann, ohne den Boden zu berühren und gleichzeitig so klar, dass man den Boden trotzdem sieht.

Die Bäume des Nationalparks wurden abends von unzähligen Fledermäusen bevölkert, die über unsere Köpfe hinweg schwebten und den Himmel zusätzlich verdunkelten.

Nach unserer Nacht im Nationalpark haben wir uns gleich mal die überaus hilfreiche App „WikiCamps“ zunutze gemacht, ein Verzeichnis aus offiziellen Campingplätzen, Wildcampingspots und sogenannten „Points of Interest“ also Sehenswürdigkeiten oder andere Dinge, die für Reisende nützlich sein können.

So haben wir unseren ersten Wildcampingspots angesteuert, der auch recht idyllisch und vor allem relativ vereinsamt war.

Es handelte sich hierbei nur um den verlassenen Lagerplatz eines Kieswerkes, aber selbst sowas kann in Australien wunderschön sein, wenn es von nichts als Natur umgeben ist und der Sonnenuntergang den Himmel in leuchtende Farben taucht.

Katherine 

In Katherine haben wir auf einem Campingplatz einen Schweizer getroffen, der zu Fuß in Australien unterwegs ist. Als wäre das nicht schon genug, hatte er einen aufgerüsteten Einkaufswagen, genannt „Mrs. Molly“, dabei. Sein Plan war, von Darwin nach Adelaide zu laufen, was er inzwischen sogar tatsächlich geschafft hat.

Er erzählte uns auch von der „School of the Air“, die Standorte in Katherine und einigen anderen australischen Städten hat und über Videotelefonie Kinder auf entlegenen Farmen unterrichtet. Daraufhin haben wir diese Schule auch besucht, uns ein bisschen mit einer ehemaligen Lehrerin unterhalten und sogar mitbekommen, wie das Ganze funktioniert. Zum Zeitpunkt unseres Besuches fand kein regulärer Unterricht statt, sondern die Auszeichnung der Werke der Kinder. Dazu hatten sich die Lehrer in einem technisch voll ausgestatteten Raum vor einem Greenscreen versammelt, was gefilmt und zu jedem Kind nach Hause übertragen wurde. Die Kinder konnten sich entweder nur mit Ton, Schrift oder auch mit Bild zuschalten und sich so gegenseitig Anerkennung bekunden. Zu Beginn und Ende jeder Unterrichtseinheit singen Lehrer und Kinder gemeinsam das Lied der Schule und um die analog-soziale Komponente nicht zu vernachlässigen, gibt es ab und zu Veranstaltungen, wie beispielsweise Sportfeste, zu denen sich die Kinder, Eltern und Lehrer dann auch mal in echt treffen.

Neben dieser besonderen Schule gibt es in Katherine noch den Nitmiluk Nationalpark, der eine Flughundkolonie und einen Wanderweg über die Felsen der Schlucht bietet. Flughunde können auf den ersten Blick mit Fledermäusen verwechselt werden, sind aber sehr groß und haben rötliches Fell. Außerdem sind sie tagaktiv und können in Gruppen unglaublich laut werden. Wenn sie über einen hinweg fliegen, und die Sonne durch die Flügel scheint, kann man die Arme und Adern sehen, was ziemlich gespenstisch wirkt.

Das Gebiet dieses Nationalparks ist für die örtlichen Aboriginies von großer Bedeutung, da sich hier wichtige Geschichten der sogenannten „Dreamtime“ abgespielt haben sollen. Mit „Dreamtime“ bezeichnet die indigene Bevölkerung Australiens das Konzept von der Entstehung der Welt, das sich stark von der Evolutionstheorie und der christlichen Schöpfungsgeschichte unterscheidet.

Nimmt man den Wanderweg über zerklüftete Felsen, kommt man oberhalb der Schlucht raus und hat einen atemberaubenden Ausblick auf den Fluss, der sich durch das Tal schlängelt.

Lake Aguyle 

Dieser See ist das größte Süßwasserreservoir von ganz Australien und hat eine tiefblaue Farbe. Er ist sehr schön gelegen und betreibt ein Wasserkraftwerk, viel zu erzählen gibt es darüber allerdings nicht.

Wolfe Creek

Davon hat der ein oder die andere vielleicht schon mal gehört. Gibt’s ja einen Horrorfilm drüber. Allerdings hat der Ort, also der riesige Meteoritenkrater, wenig mit einem Horrorfilm zu tun, wenn man ihn besucht. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, wie alt der Krater schon ist, aber er war anfänglich wohl doppelt so tief, wie er heute ist. Mit der Zeit hat der Wind den Sand und Staub aus der umliegenden Wüste hinein geweht. Wenn man oben auf dem Rand des Kraters steht, kann man sehen, dass die Bäume und Pflanzen im Inneren ringförmig wachsen. Warum das so ist, haben wir allerdings nicht heraus gefunden.

Allerdings war allein der Weg nach Wolfe Creek schon abenteuerlich. Es war die erste Schotterpiste, die wir mit unserem Van gefahren sind und dementsprechend aufgeregt und skeptisch waren wir. Würde der Van das überhaupt schaffen? Nun ja, geschafft hat er es, aber angenehm war es nicht. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt und haben jede Menge Staub aufgewirbelt. Da wir langsamer gefahren sind, als angenommen, waren wir noch unterwegs, als die Schatten schon länger wurden, und die Sonne langsam unterging. Die letzten Strahlen spielten mit dem Staub, der über der Straße hing und erzeugten eine mystische Stimmung. Grade noch rechtzeitig erreichten wir das Wolfe Creek Camp, einen kleinen runden Platz mit Baum in der Mitte, auf dem wir es uns mit zwei anderen Autos für die Nacht gemütlich machten.

Während wir noch das Abendessen kochten, erschienen über uns mehr und mehr Sterne, die sich zu einem unglaublichen Sternenhimmel zusammen setzten. Das Sternenzelt reichte bis zum Horizont, wo es die Erde zu berühren schien, mit einem Himmel wie schwarzem Samt und Sternen so hell und klar wie Diamanten.

Fitzroy Crossing/Lake Ellendale 

Der Ort Fitzroy Crossing ist um die Stelle herum entstanden, an der die Kutschen früher den Fitzroy Fluss durchquert haben.

Derby/Broome 

In Broome haben wir ein paar Angler getroffen, die uns ihren zuvor gefangenen Catfish gezeigt und uns erklärt haben, dass der Stachel, den dieser Fisch hat, giftig ist.

Wir konnten auf einer Holzbrücke mit Schienen über das Meer laufen und uns einen breiten Streifen Wattland ansehen.


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Neuer Abschnitt: Australien

Ende Mai Begann für uns ein neuer Abschnitt der Weltreise.

Wir ließen Asien hinter uns und änderten damit auch unsere Reiseart. Waren wir die letzten Monate mit öffentlichen Bussen gefahren, wollten wir uns in Australien mit einem eigenen Auto fortbewegen.

Um das alles zu organisieren, buchten wir für die erste Woche ein Hostel in Darwin. Dort hin zu kommen glich mal wieder einem kleinen Abenteuer. Mit einem Sparfuchs an meiner Seite ließ ich mich dazu überreden, vom Flughafen in die Stadt zu laufen und dort nach einem Bus zu suchen. Der Shuttle-Bus wäre zu teuer gewesen. Als wir dann im Dunkeln und einem tropisch anmutenden Klima ein paar Kilometer in irgendeine Richtung am Highway entlang spaziert waren, fanden wir heraus, dass an diesem Tag keine Busse fahren würden. Es war Sonntag. Zum Glück stand gegenüber der verwaisten Bushaltestelle ein Taxi, welches uns ins Hostel brachte. Dort angekommen war es immernoch so früh, dass der dort wohnhafte Besitzer noch nicht wach war und wir nur von ein paar relativ zerstörten Menschen begrüßt wurden, die vermutlich die letzten drei Tage nicht geschlafen hatten. Sie boten uns Kaffee, Essen und Marihuana an und ließen uns dann auf den Sofas im Eingangsbereich schlafen, nachdem wir alles dankend abgelehnt hatten. Wäre ich nicht vom Flug völlig fertig gewesen, hätte ich es nicht einmal in Erwägung gezogen, mich auch nur auf eines der Sofas zu setzen, aber in dem Moment war mir der Zustand eben dieser wirklich egal.

Irgendwann kam dann doch mal jemand vorbei, der sich für uns verantwortlich fühlte, erledigte den Check-in und zeigte uns unser Zimmer, in dem wir die durchgelegenen Betten selbst beziehen mussten. Das Zimmer war dunkel, feucht und miefig, aber zum Schlafen sollte es wohl grade so in Ordnung sein.

Die Gemeinschaftsküche sah nicht besser aus und im ersten Moment hab ich mich gefragt, ob wir wirklich in Australien gelandet sind.

Allerdings wurden die negativen Aspekte des Hostels, die sich hauptsächlich auf die Sauberkeit bezogen, durch die vielen coolen Menschen ausgeglichen, die wir dort getroffen haben. Die paar, die uns am ersten Tag in Empfang genommen hatten, verschwanden recht bald und dafür lernten wir eine Menge gleichgesinnter Backpacker kennen. Wir verbrachten die Abende gemeinsam im Hinterhof, wo wir jeden Tag nach Einbruch der Dunkelheit Opossums beobachten konnten, im Pool oder auf dem Nachtmarkt am Strand.

Ziemlich schnell haben wir dann den Van gefunden, er war das zweite Auto, das wir uns angeschaut haben. Da die Vorbesitzer ihre Rechnung beim Mechaniker nicht bezahlen konnten und der daraufhin das Auto gepfändet hat, haben wir ein frisch überholtes Auto zu einem wirklich günstigen Preis bekommen.  Nachdem wir die Bettwäsche inklusive Kissen und Decke gewaschen und eine neue gebrauchte Matratze vom Hostel geschenkt bekommen, sowie den Van ausgemistet hatten, konnte es auch schon losgehen, Richtung Litchfield Nationalpark.

Wie uns unser erster Nationalpark in Australien gefallen hat, könnt ihr dann im nächsten Beitrag lesen.

Hue oder „Das Geheimnis der Teigbällchen“

Hue wurde zwar im Vortrag beim Mundologia-Festival hervor gehoben, aber die Schönheit dieser Stadt hat sich uns leider nicht erschlossen. Es war so heiß und schwül, dass uns das atmen schwer fiel und die schöne Altstadt haben wir auch nicht gefunden.

So haben wir also nur mal die sogenannte Kaiserstadt besucht, die aber größtenteils auch nicht so beeindruckend war, wie man es nach dem Vortrag hätte erwarten können.  Zumindest nicht, nach all dem, was wir in anderen Teilen der Welt schon gesehen haben.

Die Fotos zeige ich euch natürlich trotzdem.

Eingang der Königsstadt von Hue
Eingang der Königsstadt von Hue
Die Zitadelle von Hue
Die Zitadelle von Hue
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Koi-Becken, Baum, Zitadelle von Hue
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Eine Art Gallerie in der Königsstadt
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Was noch übrig ist..
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Eins von vielen Koi-Becken in der Königsstadt
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Theater innerhalb der Könnigsstadt
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Selfie vor einer riesengroßen Spiegelwand
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Eine Figur auf dem Hof vor dem Thronsaal

Die restliche Zeit haben wir hauptsächlich in Restaurants oder dem Café um die Ecke verbracht, wo wir einfach mal alle Snacks, die auf der Karte standen, bestellt und probiert haben.

Zunächst hatten wir nur etwas zu trinken bestellt, unseren ersten Matcha-Tee überhaupt! Mit fortschreitender Stunde haben aber immer mehr Leute um uns herum etwas zu Essen bestellt, was oft wirklich lecker aussah. Besonders die kleinen Teigbällchen hatten es mir angetan. Allerdings wusste ich ja nicht, wie sie heißen. Und bis der Kellner auf mich aufmerksam wurde, hatten die Leute am Nebentisch ihre Bällchen schon aufgegessen, sodass ich nicht mal darauf zeigen konnte.

Ich wollte aber unbedingt wissen, was das für Bällchen waren, also haben wir einfach die ersten beiden Gerichte auf der Karte bestellt.

Das Erste stellte sich als gekochter Mais mit scharfer Soße heraus und hinter dem zweiten verbarg sich eine Art vegetarisches Suhsi, ohne Fisch, dafür mit Gemüsefüllung. Aber keine Bällchen..

Als nächstes bekamen wir Beef Jerky mit Limette. Wieder keine Bällchen.

Das nächste Gericht war gerade nicht verfügbar und so bekamen wir endlich, endlich die heiß ersehnten Teigbällchen. Gespannt biss ich hinein, schaute mir dann die Füllung an und erkannte.. Tintenfisch!

Wer mich gut kennt weiß, dass ich mir kaum etwas schlimmeres hätte vorstellen können, da ich bei Meeresfrüchten normalerweise Reiß aus nehme. So war dann also das Geheimnis der Teigbällchen gelüftet und mein Appettit darauf vergangen.

Märchenstadt Dalat

Nach der sengenden Hitze in Mui Ne und vor allem bei dem Sanddünen, haben wir uns über die etwas (die Betonung liegt hier auf „etwas“) kühleren Temperaturen in der märchenhaften Blumenstadt Dalat gefreut.
Dort wurden wir super lieb von Lou in seinem Homestay begrüßt.
Lou ist wirklich ein toller Mensch.
Jeden Morgen hat er Frühstück für alle gemacht, mit traditionellem vietnamesischem Kaffee und jeden Abend Abendessen, welches dann alle gemeinsam in seiner Küche eingenommen haben. Dabei waren wir maximal zu acht. Es war also auch alles eine sehr persönliche und familiäre Sache.
Dabei entstanden zum Beispiel Gespräche über die verschiedenen Kulturen, die sich an dem runden Tisch versammelt hatten.
Außerdem hat Lou alle Sehenswürdigkeiten in eine Karte eingetragen und uns dann zwei Touren erstellt, die wir mit dem Roller abfahren konnten.
Die erste Tour musste ich alleine machen, da es Kevin nicht so gut ging.
Nachdem ich erstmal an meiner nicht vorhandenen Fähigkeit, Google Maps zu verstehen verzweifelt bin, hab ich es irgendwie doch geschafft, eine Tankstelle zu finden und mich danach so weit orientieren können, dass ich mit Hilfe von zwei unterschiedlichen Karten und dem GPS meines Handys die Plätze ansteuern konnte, die mich interessiert haben
Da wäre zum ersten Mal das Crazy House, auf das ich mich schon seit Langem gefreut habe.

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Ein Meer aus Blumen beim Crazy House

Es ist eigentlich eine Art Hotel mit ungefähr sechs Zimmer, vielleicht ein bisschen mehr, die hier und da in der Anlage versteckt sind. Das Gelände kann man für einen geringen Eintrittspreis auch zu Sightseeingzwecken betreten, was sich für mich definitiv gelohnt hat.

Eines der Zimmer im Crazy House
Eines der Zimmer im Crazy House

Es gibt nicht viel zu tun, man kann lediglich durchlaufen, aber dafür umso mehr zu sehen. Am Besten schaut ihr euch einfach die Bilder an.
Ich jedenfalls hab mich gefühlt wie Alice im Wunderland.

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Hier kann man den Leuten auf’s Dach steigen
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Hereinspaziert, ins Crazy House!
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Auf schmalen Stufen über den Dächern Dalat’s
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Ein Garten wie Alice’s Wunderland

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Danach ging es für mich weiter zum alten Bahnhof.
Der ist recht klein, aber schön und bietet ein paar nette Fotomotive.
Neben dem Bahnsteig steht ein alter Waggon, der zu einem schicken Café umgebaut wurde, aus dem die Musik der Backstreet Boys dudelte.

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Der alte Bahnhof von Dalat

Weiter vorne wurde zu Besichtigungszwecken eine alte Dampflok ausgestellt, die die meiste Zeit von Selfie knipsenden Asiatinnen belagert war.

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Die alte Lok
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Alte Waggongs
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Der alte Bahnhof von vorne

Nach dem alten Bahnhof hab ich mich auf den Weg gemacht zum goldenen Buddha. Ein Wahnsinnsteil, das sich riesig vor dem immer dunkler werdenden Himmel erhob.

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Der goldene Buddha in Dalat
Nochmal zum Größenvergleich, mit Mensch im Vordergrund
Nochmal zum Größenvergleich, mit Mensch im Vordergrund

Den dazugehörigen Tempel konnte ich leider nicht von innen fotografieren, aber er war nicht weniger beeindruckend. In Vietnam findet man neben den französischen Einflüssen aus der Kolonialzeit auch, gerade an Tempeln, einen starken chinesischen Einfluss, wie ich finde.

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Chinesisch angehauchter Brunnen beim goldenen Buddha
Chinesischer Drache, aus Holz geschnitzt
Chinesischer Drache, aus Holz geschnitzt

Die Buddhastatue im Tempel war umringt von detailliert ausgearbeiteten, blauen Drachen und auch der Außenbereich war ähnlich gestaltet.

Während der Umrundung des Sees in Dalat hab ich noch ein paar lustige Sachen entdeckt, wie zum Beispiel diese Cinderellakutsche,
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ein doch sehr französisch anmutendes Haus,
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die „Cock-Church“,
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dieses vielstöckige Gebäude
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und ein paar Halbinseln auf dem See.
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Am nächsten Tag haben wir uns zu zweit auf die Suche nach dem Tiger-Wasserfall gemacht, der laut Lou „verlassen“ sei. Ich konnte mir zu dem Zeitpunkt noch nicht ganz vorstellen, wie ein Wasserfall verlassen sein könnte und wie sich das äußern würde, allerdings wurde das immer deutlicher, je näher wir dem Wasserfall kamen.
Der Weg dorthin war, nachdem wir die geteerte Straße hinter uns gelassen hatten, schrecklich. Zumindest wenn man nicht gerade mit einem offroadtauglichen Fahrzeug gesegnet ist, sondern mit einem Roller, der schon auf normalen Straßen fast unter der Belastung von Schlaglöchern zusammen bricht.
Wir haben uns mit dem Fahren (oder soll ich besser „holpern“ sagen?) abgewechselt und so das Gefährt, dessen Motor immer wieder ausgegangen ist, irgendwie durch den Wald gelenkt.
Als wir schon dachten, wir seien auf dem falschen Weg, erschien über der Straße ein vermodertes Schild, welches uns willkommen hieß, und das herunter gekommene Wärterhäuschen hatte wohl auch schon länger niemand mehr betreten.
Abenteuerlustig wie wir sind, folgten wir der nun wieder befestigten Straße, die auf einmal relativ schnell relativ steil wurde und zu diesem Zeitpunkt begann ich, mich zu fragen, ob wir diese Straße mit diesem Roller jemals wieder hoch kommen würden.
Auch dieser Weg schlängelt sich gefühlt endlos durch den Wald, bevor er uns auf einer Art Lichtung ausspuckte, wo wir tatsächlich auf einen anderen Menschen trafen. Der knüpfte uns Parkgebühren ab. Echt jetzt.
Am Ende des „Parkplatzes“ befand sich ein Restaurant, oder zumindest wirkte es, als wäre es mal eins gewesen.
Auf dem Weg zum Wasserfall blickte uns eine überlebensgroße, graue (da verwitterte) Tigerfigur entgegen und den Weg säumten Brandspuren, sowie verbrannte Pflanzenreste. Hier und da kroch sogar noch ein wenig Rauch aus der Asche.

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Der Verwitterungsprozess, der die kleine Holzhütte ergriffen hatte, vervollständigte die mysthische Stimmung.

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Verlassene Holzhütte am Tiger Wasserfall

Als wir die vielen Stufen hinter uns gelassen hatten, empfing uns ungeachtet dessen, was oben passiert sein muss, eine friedliche, fast schon abgeschottete Atmosphäre.

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Der perfekte Ort, um die Augen zu schließen und den Geräuschen der Natur zu lauschen. Für den restichen Tag. Oder die restliche Woche.

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Würden da nicht die dunklen Wolken am Himmel und der stärker werdende Wind ein aufziehendes Gewitter ankündigen.
Kevin ist schon wieder auf dem Weg Richtung Roller, aber ich kann es nicht lassen, zu erforschen, wo die zerfallene Hängebrücke am oberen Ansatz des Wasserfalls, ihren Ursprung hat.
Auf meiner von Donnergrollen begleiteten Suche entdecke ich ein verrostetes Schild. So verrostet, dass ich kein Wort mehr lesen kann.

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Schild am Tiger Waterfall

Egal, weiter. Vorbei an einer Indianerstatue und um die Ecke, wo mir weitere Tigerfiguren einen gehörigen Schreck einjagen, als sie da unter dem immer dunkler werdenden Himmel auf einmal vor mir stehen.

Indianerstatue am Tiger Waterfall
Indianerstatue am Tiger Waterfall
Tiger Waterfall
Tiger Waterfall

Aber hier hat auch die Hängebrücke ihren Urpsrung. Zu gerne hätte ich versucht, sie zu überqueren, um mir auf der anderen Seite einen Weg durch den verlassenen Park zu schlagen, doch da hörte ich Kevin zum wiederholten Mal nach mir rufen. Schweren Herzens verabschiedete ich mich von diesem Abenteuer und kehrte zu Kevin zurück, um mit ihm den Rückweg anzutreten.

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Zerfallene Hängebrücke

Durch den aufbrausenden Wind tuckerten wir auf unserem Roller den Berg hoch, aber das Vergnügen war nicht von langer Dauer. Schon bei der ersten deutlichen Steigung kapitulierte die Klapperkiste und ich musste absteigen.
Jetzt stellt euch mal folgende Szene vor: Wir spüren, dass das Gewitter über uns jeden Moment losbrechen kann, aber der Roller tut nicht mehr richtig, sodass Kevin in sehr schnellem Schritttempo alleine fährt und ich nebenher rennen muss. Bergauf. Über eine Straße, um die sich seit Jahren niemand mehr gekümmert hat.
Irgendwie haben wir es dann bis nach oben geschafft, zeitgleich trafen uns die ersten Regentropfen. Wir tapferen, unwissenden Touristen haben nur unsere Wertsachen unter den Sitz gepackt und sind weiter gefahren, nicht wissend, dass die mitleidigen Blicke der Einheimischen durchaus ihre Berechtigung hatten.
Wenige Minuten später waren wir klatschnass. Nachdem wir die Plätze getauscht hatten, ich aber wegen dem dichten Regen dann auch nichts mehr sehen konnte, hab ich einfach an der nächsten Möglichkeit angehalten, sodass wir uns unterstellen konnten. In dem Café spielten ein paar ältere Männer Chinesisches Schach und ein anderer hat sofort Tee und Taschentücher zum Abtrocknen für uns bestellt und uns dann noch auf einen Kaffee eingeladen. Dafür wollte er nichts weiter, als sich ein wenig mit uns zu unterhalten. Auf unsere Nachfrage hin, hat er ehrlich geantwortet, dass er keine Ahnung habe, wann der Regen wieder aufhöre. Als der Himmel aber nach einer Weile wieder heller und der Regen schwächer wurde,versicherte man uns, dass wir es jetzt auf jeden Fall wagen könnten, die Fahrt wieder aufzunehmen. So verabschiedeten wir uns und konnten sicher ins Hostel zurück kehren.

Dort, bei den Sanddünen

Das nächste Ziel auf unserem Weg vom Süden in den Norden Vietnams heißt Mui Ne bzw Phan Thiet, da es im kleinen Fischerörtchen Mui Ne keine Unterkünfte für Touristen gibt.
Davon hab ich auf dem Vortrag beim Mundologia-Festival gehört.
Im Vortrag wurden besonders die Sanddünen, die sich hier befinden hervor gehoben.

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Eine Oase vor den weißen Sanddünen

Allerdings hat niemand die Luxusresorts erwähnt, die sich hier Wand an Wand aneinander reihen.
Und dass es 20 Dollar kostet, um für 20 Minuten mit dem Quad durch die Dünen zu heizen.
Und dass ich mich nicht trauen würde, mit dem Quad durch die Dünen zu heizen und stattdessen im Schritttempo vor mich hin tuckern würde.

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Weiße Sanddünen in Mui Ne

Zum Glück sah das offensichtlich so bemitleidenswert aus, dass sich einer der Jungs vom Verleih dazu erbarmt hat, mir hinterher zu kommen und mich auf den Rücksitz meines Quads zu verbannen um mich dann durch die Dünen zu „kutschieren“.
Das hat er dann ganz ordentlich gemacht. Als er das erste Mal angefahren ist, hätte es mich fast hinten runter geschmissen und als er die Düne hoch gefahren ist, die sich gefühlt senkrecht vor uns erhoben hat, dachte ich, das wars jetzt und wir liegen gleich begraben unter dem Quad im Sand. Das war dann aber doch nicht der Fall.

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Weiße Sanddünen in Mui Ne
Rote Sanddünen in Mui Ne
Rote Sanddünen in Mui Ne

Der Typ ist 15 Minuten lang in halsbrecherischem Tempo durch den Sand gerast, Dünen hoch und Dünen runter und auf der Steilkante entlang und hat mich danach sicher und unversehrt wieder am Ausgangspunkt abgesetzt. Hat dann doch echt Spaß gemacht!
Zwischendurch hat er auch ein paar Mal angehalten, damit ich Fotos machen konnte, die ich euch jetzt noch präsentieren werde.

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Sonnenuntergang in Mui Ne

Mui Ne an sich ist allerdings ganz hübsch anzusehen.
Die Küste ist hier voller kleiner Fischerboote, und der Sonnenuntergang taucht den Himmel in unterschiedliche Lilatöne.

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Fischerboote vor der Küste Mui Nes

Baden gehen wollte ich hier allerdings nicht, da ich bei einem Spaziergang am Strand lauter tote Meerestiere gefunden hab..
Das benachbarte Phan Thiet ist bekannt für die vielen Möglichkeiten, Kitesurfen zu lernen und zu betreiben. Mir war das allerdings zu riskant, wegen dem Armbruch und Kevin war die Zeit zu knapp.

Durch ein bisschen Internetrecherche sind wir auf den „Fairy Stream“ gestoßen, der zufälligerweise nur 100 Meter von unserem Hostel entfernt war. Da konnten wir also am Nachmittag locker noch hin laufen.

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Erster Kontakt zur Sanddüne

Von der Straße aus wirkt der Bach sehr unscheinbar und wie jeder andere Bach, der irgendwo auf der Welt durch eine Ortschaft fließt. Ein näheres Betrachten lohnt sich allerdings!

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Der Fairy Stream in Mui Ne

Angesichts der seit Monaten herrschenden Trockenzeit war der Strom zwar teilweise eher ein Rinnsal, aber da man aufgrund fehlender Alternativen sowieso direkt im Wasser laufen musste, war das nicht so schlimm.

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Sanddünen und Kalksteinfelsen am Fairy Stream

Das Wasser war angenehm kühl und klar, und die Umgebung atemberaubend. Vom Lärm der Straße und der Stadt ist man hier völlig abgeschottet, was eine ganz besondere Atmosphäre schafft.  Da es ja schon Nachmittag war, waren kaum Touristen unterwegs, gegen Ende war es sogar menschenleer.

Kevin vor den Kalksteinen am Fairy Stream
Kevin vor den Kalksteinen am Fairy Stream
Kalksteinformationen am Fairy Stream
Kalksteinformationen am Fairy Stream
Ein spontaner Schnappschuss beim Fairy Stream
Ein spontaner Schnappschuss beim Fairy Stream

Ho-Chi-Minh-City oder „Saigon, da wo der Hahn auf der Straße kräht“

Ho-Chi-Minh-City und Saigon bezeichnet die selbe Stadt, nur dass Saigon der alte Name ist und offiziell nicht mehr genutzt wird, inoffiziell aber schon. Klingt ja auch viel schöner.

Als wir in HCMC ankamen, sind wir die drei Kilometer zum Hostel gelaufen.
Zuerst haben wir den falschen Weg genommen, sind in einer kleinen, autofreien Gasse mit vielen Blumen und lächelnden älteren Menschen gelandet und ich dachte „Wow, ist ja voll schön hier.“
Dann haben wir den richtigen Weg, besser gesagt die richtige Hauptstraße gefunden und ich dachte „Ach du Scheiße.“
Saigon (wie ich es aus Gründen der akustischen Ästhetik nennen werde) ist eben eine Großstadt. Man kann wunderbar in einem der vielen Parks sitzen, die Menschen bei ihren Sportübungen beobachten oder über den chaotischen Verkehr, der hauptsächlich von Motorrollern dominiert wird, staunen.

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Einer von vielen: Parks in Saigon
Kleiner Tempel im Park
Kleiner Tempel im Park
Jede Menge Motorroller!
Jede Menge Motorroller!

An Sehenswürdigkeiten gibt die Stadt meiner Meinung nach nicht so arg viel her.
Die Hauptpost vielleicht, der man den Einfluss der Franzosen ganz gut ansieht.

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Die Halle der Hauptpost
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Telefonzellen im Retrostil
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Karte an der Wand

Da musste ich sowieso hin, um ein paar Sachen nach Hause zu schicken.
Das hat ungefähr eine Stunde gedauert, weil ich mindestens drei Mal auflisten musste, was und wie viel ich verschicken will, an wen es geht und wie viel es wert ist.
Dann musste ich die ganze Tasche auspacken. Das nur zwei Mal.
Der USB-Stick durfte nicht mit.
Der Epillierer nur auf dem Schiff, nicht aber im Flugzeug.
Nun gut, wenn’s denn so ist. Hatte eh nicht vor, das Doppelte für Airmail zu zahlen, nur damit es dann nach zwei statt drei Monaten in Deutschland ist.
Nachdem das Paket endlich versorgt war, hab ich dann noch zwölf Postkarten abgegeben, ein paar obligatorische Touristenfotos gemacht und dann sind wir wieder gegangen.
Die Notre-Dame-Kirche (ja, die heißt wirklich so) nebenan haben wir uns gespart, zumal ich die in Paris sowieso schon gesehen hab und ich Quasimodo auch hier in Vietnam nirgends entdecken konnte.
Den Rest des Tages haben wir mit dem Zurücklaufen zum Hostel verbracht (ihr wisst ja, Low Budget).
Am nächsten Tag haben wir uns das Kriegsmuseum angeschaut, hauptsächlich weil mich die dort ausgestellten Panzer und Flugzeuge interessiert haben.

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Die Geschichte des Krieges war etwas einseitig dargestellt („die bösen, aggressiven Amerikaner“). Der Krieg wird natürlich nur außerhalb von Vietnam „Vietnamkrieg“ genannt. Bei den Vietnamesen heißt er „Amerikakrieg“.
Allerdings war es auch so aufbereitet, dass ich mich dafür interessieren konnte, was früher in der Schule nicht unbedingt der Fall gewesen ist.
Sehr bewegt hat mich die Abteilung über „Agent Orange“, ein hochwirksames Giftgas, mit welchem im Vietnamkrieg die Vegetation und das Leben in ganzen Landstrichen zerstört wurde und dessen Auswirkungen auf die Unversehrtheit der Menschen teilweise heute noch sichtbar sind.

Nun aber wieder zu einer schönen Seite des Saigons, wie es heute ist: das Streetfood. Mega!
Selten so leckere Speisen für den Preis gegessen. Oder vermutlich sogar noch nie.
Nachdem ich am ersten Abend, an dem wir im Hostel gegessen haben, für umgerechnet vier Euro ein paar Rosen Blumenkohl serviert bekam, haben wir uns am nächsten Tag mal auf die Straße begeben.
Nur ein paar Meter neben unserem Hostel war eine Garküche aufgebaut, deren Dienste wir gleich mal in Anspruch nahmen.
Dort bekamen wir eine Portion Reis mit einem Stück Fisch, einer Schale klarer Gemüsesuppe, etwas Salat und Tee so viel wir wollten für einen guten Euro.
Am Abend gab es dort immer eine Grillsession mit super lecker mariniertem Schweinesteak für den gleichen Preis.
Ich glaub, wir haben uns während der restlichen Zeit in Saigon nur noch dort verköstigt.
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Ach ja, jetzt hätte ich fast vergessen, Bezug zur Überschrift zu nehmen.
In Saigon sieht man auffällig oft direkt an der Straße kleine Käfige, die einfach über den Hahn gestülpt werden.

Phnom Penh again

Als nächstes Land steht Vietnam an. Dafür brauchen wir aber, wenn wir länger als 15 Tage bleiben wollen, ein Visum.
Dieses Visum bekommt man in Phnom Penh.
Also geht es für uns nun vom paradiesischen Platz am Meer wieder zurück in die Großstadt.

Das kommt mir aber ganz gelegen, da ich mir noch eine Vorstellung der „Cambodian Living Arts“ ansehen wollte. Die Gruppe setzt sich für die Erhaltung traditioneller kambodschanischer Kunstformen ein und bietet jeden Abend eine Tanz- und Musikvorführung dar.
Dabei stellen die Tänzer und Tänzerinnen verschiedene Tänze zur Schau, in denen es beispielsweise um den Fischfang, die Huldigung von Büffeln oder dem Ehren der Götter geht.
Begleitet werden sie live von einer Gruppe Musiker, die ebenfalls traditionelle Instrumente verwenden und einem Gesangsduo.

In diesem Tanz wird gezeigt, wie die Götter im Himmel tanzen, mit besonderem Augenmerk auf die Hand- und Fußpositionen, die auch oft in den Reliefs an den Tempeln zu finden sind:

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Diese Tänze zeichnen sich auch durch die prachtvollen Kostüme aus.

Bei den Tänzen, die sich um Berufe oder alltägliche Handlungen drehen, nehmen die Mitwirkenden sich selbst nicht allzu ernst, was die ganze Sache umso unterhaltsamer macht.

Auch das Museum, in dem die allabendliche Aufführung stattfindet, ist sehenswert.

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Eine andere traditionelle kambodschanische Kustform ist das Schattentheater, dessen Figuren aus Kuhleder ausgeschnitten werden.

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Neben der Aufführung habe ich noch den Königspalast besucht, der ganz hübsch anzusehen ist, ansonsten aber nicht viel hergibt.

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Das Ganze gleicht eher einer Art Park, mit vielen Grünflächen, und vielen verschiedenen Gebäuden, die meisten davon Pagoden.

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Das Beeindruckendste ist wohl noch die Silberpagode, die ihren Namen daher hat, dass der Fußboden komplett mit Fliesen aus Silber belegt ist, von denen man allerdings kaum noch etwas sieht, da der Boden mit einer Menge  Teppichen ausgelegt ist.

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Es soll hier wohl auch irgendwo einen Smaragdbuddha geben, den hab ich aber dank meines nur spärlich vorhandenen Orientierungssinns nicht gefunden, und als ich dann jemanden fragen wollte, war es zu spät, da das Gelände schon um 17.00 Uhr schließt.
Schade drum, aber wir werden noch viele andere tolle Sachen sehen.

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Übrigens muss man für den Besuch im Königspalast ordentlich gekleidet sein, das heißt, Schultern und Knie müssen bedeckt sein.
Praktisch ist da ja immer die Haremshose, mit den Schultern wird es allerdings schon schwieriger.
Das einzige Shirt mit Ärmeln, das ich dabei hatte, hat mir die Sonnencreme versaut. Es sieht nun aus, wie durch orange-braune Farbe gezogen und fühlt sich auch ein bisschen schmierig an.
Da ich aber zu geizig bin, drei Dollar für ein geliehenes Shirt zu zahlen und mein, aus einem großen Tuch gebasteltes, Jäckchen nicht gilt, muss ich meine Sweatshirt-Jacke anziehen, die wirklich nicht dem entspricht, was man bei diesen Temperaturen gerne tragen möchte.

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Brav bedeckt, aber auch ohne jegliche Luftzirkulation an meiner Haut hab ich mich dann also durch den Nachmittag geschwitzt und hatte danach eigentlich keine Lust mehr, noch auf den Nachtmarkt zu gehen, aber so war es eben schon mit Kevin verabredet.

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Ebenfalls aus purem Geiz hab ich mir die Tuk-Tuk-Fahrt gespart und bin gelaufen, musste mich dann aber erstmal hinsetzen und gefühlte zwei Liter Wasser trinken.
Danach konnten wir relativ entspannt über den Markt schlendern, so richtig interessant wird es aber erst, wenn es dunkel ist, da dann die Lichter angehen und auf der mittig aufgebauten Bühne Livemusik dargeboten wird.
Ob die immer dem Geschmack der Besucher entspricht, lasse ich jetzt mal offen, aber immerhin gibt es ein bisschen Unterhaltung.
Um die Zeit zu überbrücken hab ich mir ein Eis geholt, was hier ganz interessant serviert wird.
Die Verkäufer nehmen eine halbe geschälte Kokosnuss, also so dass man außen diese braunen Fasern sieht und bearbeiten die Innenseite mit einer Art Gemüseschäler. Das führt dazu, dass das Fruchtfleisch der Kokosnuss lose in der Schale liegt und quasi als Bett für die Schokoladeneiskugeln dient, die ebenfalls in die Schale gelegt werden. Dann kommen noch gehackte Erdnüsse dazu und fertig ist die leckere, aber auch gut sättigende Süßspeise.

Ich bin ja wirklich froh, dass sich mein Magen inzwischen scheinbar an Streetfood und asiatische Lebensmittelhygiene gewöhnt hat, sonst hätte ich dieses Eis bestimmt nicht so genießen können.

Kevin wollte kein Eis, sondern lieber warten, bis die Stände mit dem herzhaften Essen aufmachen.
Er hat sich dann einfach durch „Draufzeigen“ auf die angebotenen Speisen ein Abendessen zusammen gestellt.
Das Besondere auf dem Nachtmarkt in Phnom Penh ist, dass man hier zum Essen auf dem Boden sitzt.
Jeder Stand hat ein paar Bastmatten ausgelegt, auf denen man es sich bequem machen kann.

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Wirkte auf mich angenehm authentisch.

Was sicher auch authentisch, aber leider nicht so angenehm war, waren die Bettwanzen, die mir in der folgenden Nacht die Beine zerbissen haben. Aber sowas kann nunmal auch dazu gehören.

 

Ein Platz, an dem wir in Phnom Penh recht oft waren, ist der Central Market.

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Dort gibt es von Kurzwaren, Drogerieartikeln und Kleidung über Schmuck, Accessoires und Spielzeug bis hin zu Fleisch, Fisch, Gemüse und Obst wirklich alles.

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Hier wird gerade ein Eisblock zerkleinert

Ist echt spannend, das alles so zu sehen, aber in der Abteilung für Meeresfrüchte konnte ich mich nie lange aufhalten. Der Geruch hat mich immer schnell wieder an die frische Luft getrieben.

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Meeresgetier, fertig zum Verzehr

Obst haben wir dort aber gutes bekommen, zum Beispiel die süßen Drachenfrüchte oder aromatische Mangos.
Auch Mittagessen kann man sich hier holen.
Ein Mal hatten wir ein Baguette, gefüllt mit gegrilltem Fleisch und Krautsalat, wie wir es schon aus Siem Reap kannten. Das Fleisch wird auf einem eher provisorischen Grill zubereitet.

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Im Hintergrund: der Grill

Ein anderes Mal haben wir das Nationalgericht „Ban Chao“ gegessen, ein Reismehlpfannkuchen, dessen Füllung variiert, aber immer eine Menge Sprossen beinhaltet.
Am letzten Tag hier haben wir uns noch ein paar Tüten Süßigkeiten gekauft, die in Form und Konsistenz eher an Knabberzeug erinnern und sehr knusprig sind.

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Bei diesem Kauf haben wir eine Art Kokosnuss-Jelly geschenkt bekommen.

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Es ist in ein Bananenblatt eingewickelt und hat ungefähr die Konsistenz von Gummibärchen, allerdings ist es etwas glitschig und grau. Mich hat es ein wenig Überwindung gekostet, davon zu probieren. Geschmeckt hat es uns beiden nicht so, weshalb wir es einem Kind geschenkt haben, welches sich sehr darüber gefreut hat.
Am Obststand haben wir ein paar kleine Kugeln geschenkt bekommen, über deren Art des Verzehrs wir uns im Hostel erkundigen mussten.

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Man bricht die Schale auf und heraus kommt etwas, das aussieht wie eine Litschi, mit großem schwarzen Kern in der Mitte. Geschmacklich ähnelt es vielleicht auch einer Litschi. Könnte ich besser beurteilen, wenn ich den Kontakt mit Litschis nicht jahrelang verweigert hätte.

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Umfrage

-Eure Meinung ist wichtig!-

Liebe Leser unseres Blogs,

Ich schreibe diesen Blog einerseits als Erinnerung für uns, aber natürlich auch damit ihr an unserer Reise teilhaben könnt.

Für euch als Leser sollen die Beiträge also interessant, informativ und angenehm zu lesen sein.

Daher möchte ich gerne wissen, wie ihr

-die Länge der Beiträge

-das Verhältnis von Bild zu Text

-den Inhalt

beurteilt.

Sind euch die Beiträge lang genug, dürften sie ruhig auch länger sein oder hättet ihr gar keine Lust mehr, sie zu lesen, wenn sie noch länger wären?

Das schließt auch die Frage mit ein, ob ich in Zukunft mehrere Beiträge zu einem zusammen fassen soll?

Füge ich genug Fotos ein, oder sollen es lieber mehr werden?

Reicht es euch, wenn ich von Ausflügen, Sehenswürdigkeiten und wichtigen Erlebnissen berichte, oder soll ich euch in Zukunft auch mal kleinere Alltagssituationen näher beschreiben?

Es wäre super nett, wenn der ein oder die andere in den Kommentaren mal seine/ihre Meinung abgibt.

Danke!

Das Paradies liegt in Kambodscha

Wenn wir schon am Meer sind, wollen wir auch baden gehen.
Also: Zähne zusammen beißen und rein ins kühle Nass!

Moment mal.. Kühl? Nicht wirklich.

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Das Meer hat hier die Temperatur eines gefüllten Whirlpools und bietet definitiv keine Abkühlung von der Hitze außerhalb des Wassers.
Dann vielleicht, wenn wir am Strand stehen und der Wind uns an den nassen Kleidern zieht? Fehlanzeige!
Auch der Wind ist warm und von Verdunstungskälte keine Spur.
Aber das tut der paradiesischen Atmosphäre hier keinen Abbruch.

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Ein langer weicher Sandstrand führt ganz flach ins klare, felsenfreie Wasser.

Oben im Restaurant, das gleichzeitig als Gemeinschaftsbereich, Aussichtspunkt und Chill-Out-Area dient, warten schon gemütlich Korbsessel und leckere regionale Gerichte, sowie eine offene und familiäre Atmosphäre.

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Zwischen all dem wuseln zwei Hunde, eine Katze und ein paar Kinder, die allesamt hier leben, durch die Gegend.

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Selbst wenn dieses Hostel voll belegt ist, halten sich inklusive Personal maximal 30 Personen hier auf, die sich auf Restaurant, Bar, Hängematten, Strand und Dschungelspaziergang verteilen, sodass man den Strand manchmal sogar ganz für sich alleine hat.

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Zudem gibt es hier kein WLAN, was dazu beiträgt, dass man sich ganz auf dieses Paradies einlassen und es genießen kann.

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Anfangs hab ich mich noch gefragt, was ich denn vier Tage lang hier machen soll, und jetzt sind wir schon den siebten Tag hier und wirklich langweilig wird es trotzdem nicht. Dafür ist es hier einfach zu schön.

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Wir haben viel gelesen und uns mit anderen Gästen oder den Mitarbeitern unterhalten, waren sogar nachts im Mondschein noch im Meer baden, haben gutes Essen und täglich frisches Obst genossen, uns in dem Hängematten geschaukelt und einige Blogbeiträge nachgeholt.

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Ansonsten kann man es sich auch einfach in einem der Sessel gemütlich machen, sich den warmen Wind um die Nase wehen lassen und den Wellen lauschen, während ab und zu mal ein exotischer Vogel vorbei fliegt und sein Liedchen singt.

Wie man nach Ream Beach kommt oder „Mit leichtem Gepäck läuft es sich besser“

Der Weg nach Ream Beach war mal wieder etwas kompliziert.

Wir kamen mit dem Bus in Sihanoukville an und wurden direkt von Tuk-Tuk-Fahrern angesprochen, die allerdings mindestens 30 $ für die Fahrt zu unserem Ziel haben wollten.

Also ließen wir sie stehen und versuchten, zu Fuß den Hauptstrand der Stadt zu finden, da wir gehört hatten, es gebe ein Boot, welches wir von dort nehmen könnten.

Nachdem wir ungefähr eine halbe Stunde in die Richtung gelaufen waren, in der wir das Meer vermuteten, beschlossen wir, doch lieber mal in einem Reisebüro nachzufragen.

Das stellte sich als äußert gute Idee heraus, denn das Boot gab es gar nicht mehr.

So ließen wir uns ein Taxi rufen, welches uns 15 $ kostete, allerdings nicht mehr weiter fahren wollte, als sich die geteerte Straße in eine Schotterpiste verwandelte.

Nach kurzer Überlegung hat der Herr es dann doch probiert, aber die nächste Hürde kam bald: eine Brücke aus ein paar Holzbrettern ohne Geländer.

Das allein wäre ja noch zu bewerkstelligen gewesen, allerdings gehörte ein Schild zu der Brücke, welches besagte, dass sie nur von Zweirädern oder Tuk-Tuks überquert werden durfte.

Also mussten wir die letzten 1,5 Kilometer laufen.

Es war heiß, staubig und wir haben geschwitzt, aber der kostenlose Welcome-Drink an der Bar vom Monkey Maya war sehr erfrischend.