Kategorie-Archiv: Alltag

Was wir essen, wo wir schlafen, was wir dabei haben.

Nachtmärkte

Da es nicht über jede Stadt, die wir besucht haben, so viel zu sagen gibt, dass es einen ganzen Artikel füllen würde, fasse ich einiges in diesem Beitrag zusammen.

Es soll hier, wie der Titel schon sagt, um die Nachtmärkte gehen, von denen es in Südostasien wirklich viele gibt. Thailand hat einige davon, aber auch in Kambodscha und Laos sind sie zu finden.

Nachtmärkte haben den großen Vorteil, dass sie oft erst beginnen, wenn es schon dunkel und somit auch etwas kühler ist. In der asiatischen Mittagshitze hat sicher niemand Lust, über einen Markt zu schlendern, geschweige denn hinter einem Stand als Verkäufer tätig zu sein. Ein anderer netter Effekt sind die vielen, oft bunten Lichter, die den Markt erhellen und das auf manchen Märkten dargebotene Rahmenprogramm, welches die lockere und entspannte Atmosphäre unterstützt.

Das wohl außergewöhnlichste dieser Programme durften wir in Chiang Rai miterleben. Dort war auf dem täglich stattfindenden Nachtmarkt eine große Bühne aufgebaut, auf welcher zuerst zwei junge Männer ihre Musik vorgetragen haben. Das ist ja noch nichts Ungewöhnliches. Als nächstes jedoch wurde die Bühne von den in Thailand weit verbreiteten, viel zu stark geschminkten Ladyboys in Beschlag genommen, die zu völlig überdrehter Musik gewöhnungsbedürftige Abendkleider präsentierten. Aber gut, unterhaltsam war es auf jeden Fall.

Wir haben also nebenher unser geliebtes Pad Thai genossen und uns zum Nachtisch einen frischen Fruchtsaft geholt. Damit bot es sich an, durch die Gänge zu schlendern und die vielen Waren zu betrachten, die mit traditionellen Kleidern und modern bedruckten T-Shirts, kunstvoll gestalteten Postkarten und Kunstwerken, bis hin zu billigen Souvenirs und Ramsch ein breites Angebot abdeckten. Die Kategorien der angebotenen Waren ähneln sich oft, sind aber häufig regional geprägt, sodass man auf jedem Nachtmarkt noch was Neues entdecken kann.

In Lampang zum Beispiel sahen die traditionellen Kleider nochmal anders aus, als in Chiang Rai und auf dem Nachtmarkt in Luang Prabang in Laos gab es völlig anderes Essen, als in Thailand.

Fotos folgen.

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23 Stunden

Da wir uns leider nicht rechtzeitig um Transitvisa gekümmert haben, sitzen wir jetzt ungefähr 23 Stunden am Moskauer Flughafen.

Sonntag, 25.10.2015:
Gegen 19.30 verlassen wir das Flugzeug aus Thessaloniki. Wir stehen im Flughafengebäude und denken uns, dass wir wahrscheinlich zu den internationalen Abflügen gehen sollten.
Dort werden wir von einer Mitarbeiterin empfangen:
„Where does your flight go?“
„To Dheli, but tomorrow.“
Mitarbeiterin schaut auf den Zettel in ihrer Hand:
„Oh yes, 2 persons. Just go there and your flight goes from terminal F.“

Wir gehen also durch die Sicherheitskontrolle und dürfen unsere Schuhe dieses Mal anbehalten. Wir kommen ja auch grade aus dem Flugzeug.

In der Wartehalle empfängt uns dann direkt Burger King. Der erste, den ich seit acht Wochen gesehen habe.
Dahinter ein Café, ein anderer Burgerladen und mehrere Duty-Free-Shops, in denen 0,5 l Wasser zwei Euro kosten.
Wir kaufen uns eine Flasche, bezahlen mit Kreditkarte und warten gefühlte fünf Minuten, bis die Wasserflasche sicher in einer Tüte eingeschweißt ist.
Wir laufen eine Runde, schwitzen in unseren Fleecepullis, setzen uns irgendwo hin, trinken das Wasser.

Inzwischen ist es 20.43 Uhr. Aber eigentlich erst 19.43 Uhr, weil wir im Flug die Zeitzone gewechselt haben. Und in Deutschland sogar erst 18.43 Uhr. Ich weiß nicht genau, welcher Uhrzeit entsprechend ich mich verhalten soll.
Bin ich denn schon müde? Irgendwie schon, aber es ist ja eigentlich erst 18.44 Uhr.. Zu früh zum schlafen und nachts müssen wir ja auch irgendwas machen.
Neben uns entdecken wir eine Steckdose, die sogar funktioniert. Wäre also wenigstens die Möglichkeit der Handynutzung schonmal gesichert, das Ladekabel hab ich zum Glück im Handgepäck.

Um kurz vor 21 Uhr sage ich, dass ich mal schauen möchte, ob es am Kiosk auch deutsche Presse gibt. In dem Moment geht das Gitter runter und das Kiosk macht zu.
Um 21.12 Uhr fällt mir auf, dass es wieder geöffnet ist.
Bis ich mich dann aufgerafft habe, rüber zu laufen, hat es dann doch endgültig geschlossen für heute.

Gegen 22.15 Uhr holen wir uns noch einen Burger, den man ebenfalls mit Kreditkarte bezahlen kann. Was für ein Glück für uns! Rubel haben wir nämlich nicht und einen Geldautomaten haben wir auch nicht gefunden, obwohl der Flughafen hier echt größer ist, als gedacht.

Nach dem Essen suchen wir uns einen Platz, der irgendwie zum Schlafen geeignet sein könnte.
Die Wahl fällt auf zwei gegenüber stehende Sitzreihen, die jemand zusammen geschoben hat. Blöd nur, dass die einzelnen Sitze durch Armlehnen getrennt sind, aber wenn wir diagonal liegen, geht es.
Zuerst wälze ich mich mehrmals ziemlich umständlich von einer Seite auf die andere, irgendwann schlafe ich aber wohl doch ein.
Die Jacke als Kopfkissen und den Ärmel übers Gesicht gelegt, hier herrscht nämlich die ganze Nacht Festbeleuchtung.
Gegen 4.00 Uhr morgens sind wir wieder wach.

Montag, 26.10.2015:
Um fünf Uhr bin ich dann doch wieder so müde, dass ich es nochmal mit schlafen probiere.
Klappt bis sieben Uhr ganz gut. Dann bricht die Dämmerung an und der Flughafen füllt sich wieder.
Gegen acht wird es dann Zeit für den ersten Kaffee und ich hole uns Frühstück.

Glücklicherweise ist an so einem Flughafen viel los und man kann über die Menschen, Fahrzeuge und Destinationen reden.
Zwischendurch dann noch schnell im Waschbecken Haare waschen und so gegen 13.00 mal was zu Mittag essen.

Danach ein kleiner Spaziergang durch den Flughafen, auf der erfolglosen Suche nach deutschen oder wenigstens englischen Zeitschriften. Alles nur auf russisch erhältlich.
Aber durch das kostenlose Wlan können wir uns wenigstens ein paar Spiele aufs Handy laden.
Bis wir uns dann einen neuen Platz in einer anderen Wartehalle gesucht haben, ist es auch schon Nachmittag.

Nur noch viereinhalb Stunden, bis der Flug geht.
Genug Zeit also, um die letzten Euros loszuwerden und noch ein paar Sachen zu besorgen, die den Flug angenehmer machen. Ein Nackenhörnchen, eine Tafel Schokolade..

Die restliche Zeit haben wir damit verbracht, viel Wasser zu trinken, (um während dem Flug nicht zu dehydrieren) und uns zu unterhalten.

Diese 23 Stunden am Flughafen gingen im Nachhinein schneller um, als wir gedacht hätten.